Streik-Ankündigung von

Am Montag wird
bei der Bahn gestreikt

Störung im Pendlerverkehr wird vermieden

Streik-Ankündigung - Am Montag wird
bei der Bahn gestreikt © Bild: APA/Herbert Pfarrhofer

Bahnkunden müssen sich für Montag ab 12 Uhr auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Die Gewerkschaft hat für 12 bis 14 Uhr landesweite Warnstreiks angekündigt, ist aber die Details auf welchen Strecken genau die Züge stehen bleiben sollen schuldig geblieben. Erfahrungsgemäß dauert es dann noch ein bis zwei Stunden, bis sich der Zugverkehr normalisiert hat, bei Fernzügen manchmal auch länger.

"Wir wollen die Unterstützung der Fahrgäste nicht verlieren und werden deshalb bei diesem ersten Warnstreik besonders Rücksicht nehmen auf die Pendlerinnen und Pendler", so Hebenstreit. Bisher hätten Umfragen großes Verständnis der Fahrgäste ergeben. Auch sei die Gewerkschaft das ganze Woche verhandlungsbereit - sollten die Arbeitgeber ein stark nachgebessertes Angebot vorlegen.

Angebot der Arbeitgeber "unwürdig"

In der Sache hat sich bisher nichts bewegt. Einmal mehr bezeichnete Hebenstreit das Angebot der Arbeitgeber in den KV-Verhandlungen als "unwürdig", denn "zur Zeit liegt das Angebot 0,2 Prozent über der Inflation, das ist definitiv zu wenig". Die Arbeitgeber haben nach eigener Aussage drei Prozent Lohnerhöhung angeboten, allerdings macht es einen Unterschied, ab wann diese Erhöhung greift, da der alte Kollektivvertrag im Juni ausgelaufen ist.

Arbeitgeberverhandler Thomas Scheiber wiederholte seinerseits, dass er sich in "Geiselhaft" genommen fühle, die Eisenbahner hätten ohnehin schon 12-Stunden-Schichten. Die Bahn biete 3 Prozent Lohnerhöhung bei einer Inflation von 2 Prozent, das sei eine Reallohnerhöhung um einen Prozentpunkt. Im Gegenzug würden sich alle Forderungen der Gewerkschaften zusammen auf eine Erhöhung von 10 Prozent belaufen. Käme es zu so überproportionalen Erhöhungen, müsste die Bahn die Tarife erhöhen oder mehr Bundesmittel verlangen.

© APA/Martin Hirsch

Eigene konkrete Forderungen wollte Hebenstreit nicht über das Radio formulieren. Außerdem halte er nichts von "Zahlenspielereien", es gehe darum, Produktivitätssteigerung und Wirtschaftswachstum weiterzugeben. "Demütigend" sei, dass es bei Vorstandsbesetzungen "schnell einmal um einen zweistelligen Prozentbetrag" gehe, bei den KV-Verhandlungen hingegen "um Zehntelprozentpunkte". Im Gegensatz zu den Ansagen der Arbeitgeber seien sehr wohl manche Eisenbahner von den Neuerungen im Arbeitszeitgesetz (maximal 12 Stunden pro Tag/mehr als 51 Stunden pro Woche werden möglich) betroffen.

Kann der Streik noch vermieden werden?

Unterdessen appellierten alle Seiten an die Gewerkschaft, doch noch weiterzuverhandeln und einen Streik am Montag zu vermeiden. Appelle zu weiteren Verhandlungen kamen unter anderem von Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), ÖVP-Verkehrssprecher Andreas Ottenschläger und den ÖBB als mit Abstand größtem Bahnunternehmen.

"Es wäre schade, wenn die Tarifverhandlungen bei den Eisenbahnern nun auf dem Rücken der Bahnkunden ausgetragen würden. Ich ersuche die Gewerkschaftsvertreter, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren", schreibt Hofer in einer Aussendung. Die Bahn müsse ihren hervorragenden internationalen Ruf bewahren. Die Arbeitgeber hätten mit einer "freiwilligen 3-prozentigen Anhebung der Gehälter rückwirkend mit Oktober 2018 bereits einen großen Schritt für einen positiven Abschluss der Kollektivvertragsverhandlungen gemacht. Ich bin daher der Meinung, dass es möglich sein müsste, einen gemeinsamen österreichischen Weg zu finden und die Verhandlungen ohne Streik zu einem guten Ende zu bringen".

Hebenstreit sagte: "Wir haben noch viel Zeit bis Montag ... jeder hat meine Handynummer, ... wir sind gerne bereit, weitere Verhandlungen auch über das Wochenende zu führen". Allerdings müssten die Arbeitgeber dazu ein "substanzielles" Angebot legen.

Hafenecker wettert gegen Hebenstreit

FPÖ-Generalsekretär und Verkehrssprecher Christian Hafenecker bezeichnete den Warnstreik als "reine parteipolitische Profilierungsaktion der SPÖ und ihres Gewerkschaftsbonzen Hebenstreit, die auf dem Rücken der Bahnfahrer und ÖBB-Bediensteten ausgetragen wird".

Die ÖBB bemüht sich jetzt schon, dem Kundenärger vorzubeugen, auch wenn die Gewerkschaft mit dem Streik um die Mittagszeit ausdrücklich die Pendler möglichst wenig treffen will. Bahnkunden sollten sich am Montag auf allen sozialen Medien aber auch über Durchsagen auf Bahnhöfen über die Streiks informieren, teilten die ÖBB mit.

Kein Streik bei der Westbahn

Die Westbahn verkündete unterdessen, dass ihre Mitarbeiter nicht am Streik teilnehmen würden. Dennoch könne es wegen Nebenwirkungen des Streiks auch auf der Westbahn zu Verspätungen kommen.

Kommentare

Lasst sie doch streiken!! Bisher nur Defizite angehäuft und ständige Tariferhöhungen!! Nicht fähig den LKW Verkehr auf die Schiene zu bringen und die Oberen kassieren ab! Rücksichtslos!!

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