Bagdad von Anschlagsserie erschüttert:
127 Menschen starben bei Explosionen

8. Dezember: Fünf Autobomben gingen in die Luft Über 400 Menschen wurden bei Attentaten verletzt

Bagdad von Anschlagsserie erschüttert:
127 Menschen starben bei Explosionen © Bild: AP/Mohammed

Bei einer verheerenden Anschlagsserie in Bagdad sind mindestens 127 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 400 weitere verletzt worden. Vor Regierungseinrichtungen in mehreren Vierteln der Hauptstadt gingen im Abstand weniger Minuten fünf Autobomben in die Luft. Der irakische Präsidialrat legte unterdessen den Termin für die Parlamentswahl auf den 6. März 2010 fest.

Im Stadtteil Dora im Süden von Bagdad sprengte sich den Angaben zufolge ein Selbstmordattentäter vor dem Institut für Technologie mit seinem Fahrzeug in die Luft. Die vier anderen Attentate richteten sich gegen den Justizpalast im östlichen Stadtteil Mansour, das Arbeitsministerium in der Palästina-Straße, eine Außenstelle des Innenministeriums in Al Nahda sowie den vorübergehenden Sitz des Finanzministeriums im Viertel Jorja.

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Sie erinnerten jedoch im Ablauf an einen Doppelanschlag in Bagdad Ende Oktober mit mehr als 150 Toten, zu dem sich der irakische Arm des Terrornetzwerks Al Kaida bekannt hatte. Der irakische Ministerpräsident Al-Maliki sagte, die Anschläge trügen die Handschrift von Al Kaida und den Anhängern des gestürzten Machthabers Saddam Hussein. "Die Feinde des Irak wollen das Land ins Chaos stürzen und die Wahlen stören." Maliki und mehrere seiner Minister sowie die Chefs der Sicherheitskräfte wurden für Donnerstag zu einer Befragung über die Sicherheitslage ins Parlament bestellt.

Das Parlament in Bagdad hatte sich nach monatelangen Streitereien auf ein neues Wahlgesetz geeinigt und damit den Weg für die zweiten Parlamentswahlen seit dem Sturz Saddam Husseins im Jahr 2003 freigemacht. Der irakische Präsident Talabani und seine beiden Stellvertreter legten den Wahltermin auf den 6. März fest.

(apa/red)