Babys schreien zu lassen bringt nichts: Kind
zu beruhigen besser für seine Entwicklung

Aufgepasst: Zuviel Zuwendung bringt aber Gegeteil Studie bei Säuglingen bis 14 Wochen durchgeführt

Eltern, die ihr Neugeborenes nicht weinen lassen können, werden in ihrem Verhalten nun durch eine britische Studie bestätigt: Säuglinge, deren Bedürfnisse ausgiebig gestillt werden, schreien insgesamt deutlich weniger als solche, denen die Eltern weniger Zeit widmen. Das gelte zumindest für die ersten Lebenswochen, sagte ein Forscher dem britischen Magazin "New Scientist". Allzu viel Versorgung der Kleinen hingegen bringt demnach keinen zusätzlichen Gewinn.

Was viele instinktiv richtig machen, wollte Ian St. James-Roberts vom Erziehungswissenschaftlichen Institut der Universität London mit Zahlen belegen: Er ließ drei Elterngruppen aus Großbritannien, USA und Dänemark genau Tagebuch führen über Schreizeiten und den Umgang damit. Ergänzt wurden die Aufzeichnungen durch Tonbandaufnahmen und Hausbesuche der Forscher in den drei Untersuchungsintervallen, dem Lebensalter von ein bis zwei, fünf bis sechs sowie zehn bis 14 Wochen. Eine Elterngruppe befasste sich rund 16 Stunden pro Tag mit dem Kind, die zweite etwa zehn, die dritte nur rund 8,5 Stunden.

Das Ergebnis: Die Kleinen, die nur 8,5 Stunden getragen, gefüttert und versorgt wurden, weinten und quengelten in den ersten Wochen 50 Prozent mehr als die der beiden anderen anderen Gruppen. Es machte jedoch kaum einen Unterschied, ob die Eltern sich zehn oder 16 Stunden kümmerten. Im dritten Untersuchungsintervall mit den rund dreimonatigen Kindern zeigte sich dann, dass die Zehn-Stunden-Gruppe nachts schon am besten durchschlief. Allzu enge Eltern-Kind-Symbiose hingegen war dafür offenbar schon wieder hinderlich.
(apa)