Bemerkenswert von

Baby mit drei Eltern geboren

Spezielle Methode soll verhindern, dass sich Erbkrankheit von Mutter auf Kind überträgt

Bemerkenswert - Baby mit drei Eltern geboren © Bild: Shutterstock.com

Vor fünfeinhalb Monaten kam ein Baby zur Welt, das drei genetische Eltern hat. Erzeugt wurde es mittels speziellem Zellkerntransfer. Das berichtete nun die britische Zeitschrift "New Scientist". Der Grund: Die Mutter leidet an einer seltenen Erbkrankheit, aufgrund der bereits zwei ihrer Kinder starben. Das mittels der speziellen Methode erzeugte Baby ist gesund.

Die aus Jordanien stammende Mutter hatte bereits mehrere Fehlgeburten. 2005 brachte sie dann endlich ein Mädchen zur Welt. Im Alter von sechs Jahren starb das Kind. Es litt am sogenannten Leigh-Syndrom, das die Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigt. Das Leigh-Syndrom wird durch die mitochondriale Erbkrankheit ausgelöst, an der die Mutter leidet. Die Mutter bekam ein weiteres Kind. Es starb im Alter von nur acht Monaten.

So funktioniert die Methode

Dann wandte sich die Frau an die New Hope Fertility Clinic in New York. Diese Klinik nutzte ein neues Verfahren, den sogenannten Spindel-Transfer: Die Forscher entfernten den Zellkern einer nicht befruchteten Eizelle der Mutter und setzen ihn in eine Eizelle einer anderen Frau ein, deren Zellkern zuvor entfernt worden war. Diese Zelle enthielt aber noch Mitochondrien. Das sind Zellkraftwerke, die ebenfalls Erbmaterial besitzen. Danach wurde die Zelle mit dem Samen des Vaters befruchtet. Fünf Embryonen wurden erzeugt. Einer davon entwickelte sich normal. Dieser wurde in die Gebärmutter der Mutter implantiert.

Bub gesund zur Welt gekommen

Vor fünfeinhalb Monaten ist ein gesunder Bub auf die Welt gekommen, berichtet das Magazin. Man müsse allerdings beobachten, ob sich die Erbkrankheit nicht doch noch ausbildet. Die Behandlung ist in den USA nicht erlaubt, daher fand sie in Mexiko statt.

Nicht das erste Kind mit drei Eltern

Es ist nicht das erste Baby mit drei genetischen Eltern. Bekannt geworden war zum Beispiel Alana Saarinen, die ebenfalls Gene von ihrem Vater und von zwei Frauen trägt, allerdings wurde damals eine andere Technik verwendet. Dabei wurden die Mitochondrien nachträglich in die befruchtete Eizelle gegeben. Man spricht hier vom Zytoplasmatransfer. Die Technik ist nach Sicherheits- und Ethikbedenken 2002 in den USA verboten worden.

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