Metal-Platte von

Die "neuen Metallica"?

"Hail To The King": Avenged Sevenfold liefern ein eindrucksvolles Werk ab

Avenged Sevenfold - Hail to The King © Bild: Warner/Clay Patrick McBride

Hochgegriffene Vergleiche gehören im Rockbusiness fast zum guten Ton. Wenn Avenged Sevenfold nun als die "neuen Metallica" angepriesen werden, muss man das nicht unbedingt glauben. "Hail To The King" (Warner), das mittlerweile sechste Studioalbum der angeblichen Thronfolger, verführt allerdings dazu, im Jubelchor mitzusingen: Geradliniger, songorientierter und zugleich heavier denn je liefert das Quartett eindrucksvolle Argumente für einen Machtwechsel im Metal-Reich.

Das von Mike Elizondo produzierte und am Freitag erscheinende Album ist Nachfolger ihres 2010er Release "Nightmare" und hat nicht mehr viel mit dem Metalcore-Sound alter Tage am Hut. Wie auch Metallica mit ihrem schwarz gewandeten selbstbetitelten Album klingt auch "Hail To The King" noch tighter, besticht durch Heerscharen an Hooklines - und selbst Sänger M. Shadows nähert sich dem rauen Organ eines James Hetfield auf bedrohliche Weise an.

All das kommt nicht irgendwoher: "Es ist für uns eine Ehre", sagt Leadgitarrist Synyster Gates im Interview mit der APA zu den vergleichen mit Metallica, "sie sind eine großartige Band". Klar ist, dass auch "Hail To The King" vom Sechssaiter-Gespann Gates und Zacky Vengeance. Denn auch dieses macht erst gar kein Hehl daraus, wer für Avenged Sevenfold - wie für Legionen weiterer Rock- und Metal-Acts - ebenfalls ganz oben thront: "Twin Guitars", wie sie Iron Maiden und zuvor etwa Thin Lizzy etabliert haben, ziehen sich ebenso durch das gesamte Werk wie rockige Riffs a la AC/DC.

Schwerer Schicksalsschlag

Avenged Sevenfold
© Warner Music Group

Und noch eines haben Avenged Sevenfold mit vielen ihrer Heroen gemeinsam: Einen schweren Schicksalsschlag. Drummer James "Jimmy" Owen Sullivan starb Ende 2009 im Alter von 28 Jahren. Nach einem kurzen Gastspiel von Mike Portnoy (ex-Dream Theater) wurde Arin Ilejay nun als fixes Mitglied in die Band aufgenommen. "Gewaltig" nennt Gates dessen Sound, "verrücktes, progressives Drumming". Der Job sei nicht einfach, denn: "Er musste in ganz schön große Fußstapfen treten."

Mit Spannung wird nun der Release von "Hail To The King" erwartet, spaltet doch der bereits veröffentlichte Titeltrack die Fanscharen. "Es ist, wie es ist", sieht Gates die Debatten über die neue Einfachheit gelassen. "Denn als Einheit ist das Album sehr progressiv." Marktkalkül stecke hinter dem neuen Sound jedenfalls keines. "Die Entwicklung kam ganz natürlich, wir haben lange am neuen Album geschrieben.

Im November in Wien

Live wollen Avenged Sevenfold daher alles geben, um alte wie potenzielle neue Fans zu überzeugen. Am 22. November kommt die Show in die Wiener Stadthalle. Gates verspricht eine überdimensionale Stadionshow. "Es wird eine Menge an Pyroeffekten geben", will man klotzen anstatt zu kleckern. Denn: "We like to blow shit up."

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