Autos brennen, Polizisten attackiert: Erneut
heftige Unruhen in den Vororten von Paris!

Überlebender des Herbstunglücks festgenommen Haus des Bürgermeisters wurde mit Steinen beworfen<br>PLUS: Bilder der 2. Krawallnacht zum Durchklicken

Anhaltende Ausschreitungen in Pariser Vorstädten haben Erinnerungen an die wochenlangen Krawalle vom vergangenen Herbst geweckt. Jugendliche steckten in der Nacht wieder Fahrzeuge in Brand und bewarfen Polizisten mit Steinen. Sechs Beamte wurden in Montfermil und Clichy-sous-Bois verletzt, 13 Menschen wurden vorläufig festgenommen. Die Auseinandersetzungen flauten im Vergleich zu der Nacht zuvor aber etwas ab.

Die oppositionellen Sozialisten warfen Innenminister Nicolas Sarkozy vor, nach den Unruhen vom November weiter auf eine Strategie der Konfrontation gesetzt zu haben. Sarkozy, der im nächsten Jahr zum Staatspräsidenten gewählt werden möchte, sagte bei einem Besuch in einem Kommissariat, die neuerlichen Ausschreitungen seien geplant gewesen. "Wir haben es mit Strolchen zu tun, die nur ein Ziel haben: so viel Schaden und Verletzte wie möglich", erklärte der Minister.

Der Bürgermeister von Raincy im Departement Seine-Saint-Denis bei Paris, Eric Raoult, sagte, die Gewalt sei eine Reaktion auf Polizeiaktionen in den Vorstädten. Wenn man etwa nach Einbrüchen oder Angriffen auf Busfahrer nichts unternehme, passiere auch nichts, "wenn doch, gibt es Reaktionen", sagte der Politiker der bürgerlichen Regierungspartei UMP, deren Vorsitzender Sarkozy ist, gegenüber dem RTL-Radio. Zudem sei die Justiz nicht hart genug gegen die Unruhestifter vom Herbst vorgegangen.

Unter den Festgenommenen befand sich auch der 18-jährige Muhittin Altun, der an dem Vorfall beteiligt gewesen war, der im vergangenen Jahr die Krawalle ausgelöst hatte. Altun, der im Herbst als einziger von drei Jugendlichen Stromschläge in einer Umspannstation im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois überlebt hatte, soll nach Angaben aus Justizkreisen am 31. August vor dem Strafgericht Bobigny erscheinen. Der Tod der anderen beiden Jugendlichen in dem Trafo-Häuschen hatte Ende Oktober 2005 zu den Vorstadt-Krawallen geführt. Die drei waren vor der Polizei in die Umspannstation geflüchtet.

Vor Gericht verantworten soll sich der damals schwer verletzte Altun nicht wegen dieses Vorfalls, sondern wegen der jüngsten Zusammenstöße zwischen Jugendlichen und der Polizei am späten Dienstagabend: Der Polizei zufolge warf er Steine auf eines ihrer Fahrzeuge. Ihm werden nun "bewaffnete Teilnahme an einer Zusammenrottung" sowie "mutwillige Zerstörung eines Polizeifahrzeuges" vorgeworfen. Sein Anwalt bestritt die Vorwürfe. Am Mittwoch sollte Altun dem Anwalt zufolge an einer Ortsbegehung des Stromtransformators in Clichy-sous-Bois teilnehmen.

Strache fordert Zuwanderungsstopp in EU
Angesichts der neuerlichen Ausschreitungen in Frankreich weitete FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache seine Forderung nach einem Zuwanderungsstopp aus. Einen solchen müsse es nicht nur für Österreich, sondern für den gesamten EU-Raum geben, meinte er in einer Aussendung. (apa/red)