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Autos gekauft und nicht bezahlt - Sechs Jahre Haft für 32-Jährigen

Urteil rechtskräftig

Weil er Kaufverträge für mehrere Autos abschloss, die er nicht bezahlen konnte und auch in einer Reihe anderer Fälle Geld schuldig blieb, ist am Dienstag ein 32-Jähriger in Eisenstadt vor Gericht gestanden. Ein Schöffensenat sprach den Mann wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs und Veruntreuung schuldig und verurteilte ihn insgesamt zu sechs Jahren unbedingter Haft. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die Anklage warf dem Burgenländer vor, seine Geschäftspartner zu Leistungen und Warenlieferungen im Gesamtausmaß von rund 480.000 Euro verleitet zu haben. Dabei sei er meist nach dem selben Muster vorgegangen und habe sich als finanziell potenter Geschäftspartner dargestellt, schilderte Erste Staatsanwältin Beatrix Resatz. Der 32-Jährige kaufte die Fahrzeuge - darunter zwei Audi A4 und einen BMW - und versuchte dann, die Verkäufer hinsichtlich der Zahlung zu vertrösten, indem er ihnen etwa sagte, sein Großvater werde den Kaufpreis bezahlen oder dass dieser bald überwiesen werde. Schließlich sei er für seine Geschäftspartner nicht mehr erreichbar gewesen.

Auch bei einem Satz Fußballdressen, den er einem südburgenländischen Klub "spendete", blieb der Angeklagte, der bereits siebenmal wegen einschlägiger Delikte vor Gericht gestanden war, die Rechnung schuldig. Zu den Geschädigten gehörte auch der SK Rapid - dort hatte der 32-Jährige VIP-Packages und Tickets um rund 21.000 Euro für Europa-League Spiele gekauft und nicht bezahlt. Vom Vorwurf des Betruges im Zusammenhang mit der Ausrichtung seiner eigenen Hochzeit in einem noblen Hotel im Südburgenland wurde der Beschuldigte frei gesprochen, nachdem sich die einzige Zeugin zu diesem Faktum der Aussage entschlagen hatte.

"Seine finanzielle Situation war nie gut. Die war eigentlich immer desaströs", schilderte Resatz. Der Angeklagte lieh sich auch bei Freunden Geld als Darlehen aus und zahlte dieses nicht zurück

"Die Sachverhalte sind so, wie in der Anklage dargestellt", sagte Verteidiger Werner Tomanek. Der Angeklagte habe jedoch "die Autos gar nicht gekriegt oder nur für ein paar Tage." Für das Verhalten seines Mandanten gebe es keine nachvollziehbare Erklärung, dieser werde sich überwiegend geständig verantworten - ein Rat, den der 32-Jährige befolgte.

Auf die Frage der Vorsitzenden des Schöffensenats, Richterin Karin Lückl, wie er sich denn die Bezahlung der Autos vorgestellt habe, meinte der Angeklagte, er habe dies mit einer Kreditfinanzierung versucht. Jedoch schon beim ersten Autokauf hatte er damit keinen Erfolg.

"Sie haben die Leute hingehalten und ihnen irgendwelche Geschichten erzählt, damit sie geglaubt haben, das Geld kommt noch?", fragte die Vorsitzende nach. "Ja", antwortete der 32-Jährige.

Vor Gericht sagten auch Autoverkäufer aus, welche sowohl die Geschäftsabschlüsse als auch den Umstand, dass es nicht zur Zahlung kam, bestätigten. Der Angeklagte sei nicht der typische Betrugstäter, meinte Anwalt Tomanek. Solche würden sich durch ihre Handlungen "dumm und blöd verdienen. Der hat nicht einmal was davon." Es habe sich vielmehr um lauter "sinn- und wertlose Straftaten" gehandelt: "Das ist pathologisch."

Der Schöffensenat verurteilte den 32-Jährigen zu fünf Jahren Haft. Weil auch eine bedingte Entlassung widerrufen wurde, erhöhte sich die Haftstrafe auf insgesamt sechs Jahre.

Der Verurteilte muss zudem 36.000 Euro Schadenersatz leisten. In drei Anklagepunkten wurde der 32-jährige freigesprochen. Als Gesamtsumme bei allen abgeschlossenen Verträgen nahm das Gericht schließlich 470.000 Euro an.

Als mildernd wurden neben der geständigen Verantwortung auch die vom Gericht "im Zweifel" angenommene teilweise Schadenswiedergutmachung berücksichtigt, ebenso wie der Umstand, dass es teilweise beim Versuch geblieben sei. Erschwerend waren neben dem raschen Rückfall die Begehung von Straftaten, während er noch eine Fußfessel trug sowie das Zusammentreffen von Verbrechen und Vergehen, die Vielzahl der Delikte sowie sieben einschlägige Vorstrafen. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin verzichtete auf Rechtsmittel.

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