Autokrise hat jetzt Michelin voll erwischt:
Gewinne sind 2008 um 2,7 Prozent gefallen

Minus durch teure Rohstoffe und höhere Kreditkosten Im Schlussquartal brach Umsatz um 16 Prozent ein

Autokrise hat jetzt Michelin voll erwischt:
Gewinne sind 2008 um 2,7 Prozent gefallen © Bild: APA/DPA/Jensen

Die Autokrise in Nordamerika und Europa hat jetz auch den weltgrößten Reifenfabrikanten Michelin voll erwischt. 2008 sei der Umsatz um 2,7 Prozent auf 16,41 Mrd. Euro gefallen, teilte Michelin mit. Bei konstanten Wechselkursen wäre der Umsatz wegen des Südamerika-Booms um 1,1 Prozent gewachsen.

Der Jahresüberschuss halbierte sich auf 357 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis ging um ein Drittel auf 843 Mio. Euro zurück. Dabei schlugen die Verteuerung des Kautschuks und anderer Rohstoffe im ersten Halbjahr sowie die höheren Kreditkosten kräftig zu Buche. Die Verschuldungsquote stieg in Jahresfrist von 70 auf 84 Prozent.

Reifenmarkt schrumpft weiter
Weil der Reifenmarkt im laufenden halben Jahr weiterhin stark schrumpfen werde, konzentriere Michelin sich auf Investitionen in die Wachstumsmärkte, hieß es. Die Verbesserung der Finanzlage habe Vorrang. 2008 floss netto 359 Mio. Euro Kapital ab.

Im Schlussquartal 2008 brach der Umsatz um 16 Prozent ein, weil die Autohersteller verlängerte Werksferien einführten, um die Läger abzubauen. Aber auch das Geschäft mit Ersatzreifen lief schlecht, weil die Kunden wegen der hohen Treibstoffpreise weniger fuhren und Ersatz hinauszögerten. Im Gesamtjahr 2008 stand eine kräftige Expansion in Lateinamerika einem ebenso starken Einbruch in Nordamerika gegenüber. In Asien war die Entwicklung leicht positiv, in Europa leicht negativ. (apa/red)