Autokosten im Juni um 9,6% gestiegen:
Nicht nur hoher Benzinpreis als Preistreiber

Parkgebühren im Jahresabstand um 22,7 % zugelegt Auch "Pickerl" verteuerte sich schon um 5,9 Prozent

Nicht nur die Diesel- und Benzinpreise machen den Autofahrern zu schaffen. Auch die Kosten für Parkgebühren, Autobatterien, Scheibenwischer oder die Haftpflichtversicherung sind im vergangenen Jahr teilweise kräftig gestiegen. Insgesamt hätten sich die Autokosten im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,6 Prozent erhöht, teilte der Autofahrerclub ARBÖ Unter Berufung auf Zahlen der Statistik Austria am Donnerstag mit.

Diese Steigerung sei der höchste Anstieg seit Juni 2000, so der ARBÖ. Neben den Spritpreisen seien auch die Parkgebühren (+22,7 Prozent gegenüber Juni 2007), Motoröl (+9,6 Prozent), Autobatterien (+8,8 Prozent) oder Ölservice (+7,2 Prozent) Preistreiber gewesen.

Das "Pickerl" verteuerte sich im Jahresabstand um 5,9 Prozent, Scheibenwischer kosten jetzt 5,3 Prozent mehr und für Auspuffmaterial müssen die Autofahrer laut ARBÖ um 4,4 Prozent mehr ausgeben. Das Reifenservice kostete im Juni um 4,3 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die Kfz-Spengler-Stunde verteuerte sich um 4,2 Prozent, die Kfz-Elektrikerstunde um 4,1 Prozent. Die Kfz-Mechanikerstunde kostet jetzt um 3,5 Prozent mehr.

Auch Haftpflichtversicherung teurer
Deftig gestiegen seien auch die Kosten für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Sie zogen laut ARBÖ um 4,7 Prozent an, während die Prämien für Teilkaskoversicherungen um 6,8 Prozent gesunken seien. Dass die Kfz-Haftpflichtversicherung stärker gestiegen ist als die allgemeine Inflation stößt auf massive Kritik des ARBÖ. Denn die Steigerungen der Prämien wurden an die allgemeine Inflation gekoppelt, so der ARBÖ.

Mit den gestiegenen Autokosten mussten die Autofahrer auch im Juni wieder "einen mehr als doppelt so hohen Preisschub verkraften als die allgemeine Bevölkerung", stellt der ARBÖ fest. Das Pendlerpaket der scheidenden Regierung sei "viel zu mickrig" ausgefallen, so die Kritik. Auf eine weitere Entlastung der Autofahrer werde daher gedrängt. So soll etwa die Mineralölsteuererhöhung zurückgenommen werden und die Pendlerpauschale soll zugunsten der Klein- und Mindestverdiener reformiert werden.
(apa/red)