Autohändler beutelt Konjunkturkrise arg:
Pkw-Käufe ließen 2008 um 1,5 Prozent nach

Autobranche fordert nun Hilfen von staatlicher Seite Lkw-Verkäufe nahmen trotz Krise überraschend zu

Autohändler beutelt Konjunkturkrise arg:
Pkw-Käufe ließen 2008 um 1,5 Prozent nach © Bild: APA/EPA/Luebke

Der Konjunktureinbruch in den letzten beiden Monaten hat dem österreichischen Autohandel 2008 versalzen und zu einem Rückgang der Pkw-Verkäufe um 1,5 Prozent geführt. Für 2009 wird ein weiterer Rückgang von rund vier Prozent erwartet - aber nur, wenn der Staat mit der Förderung des Absatzes hilft, den Einbruch zu dämpfen. Branchenvertreter verlangten am Dienstag Steuererleichterungen, die sich in den nächsten beiden Jahren auf einen Betrag von mehr als einer Milliarde Euro aufsummieren würden.

Laut Statistik Austria sind 2008 in der Alpenrepublik mit 293.697 Pkw um 1,5 Prozent weniger Personenkraftwagen neu zugelassen worden als im Jahr davor. Dies sind die schlechtesten Verkaufszahlen seit 2002. Besonders miserabel liefen die Verkäufe im November und Dezember, in denen der Absatz um 13 bzw. 16 Prozent zurückging. "Es ist der Trend, der für uns besorgniserrgend ist", sagte Gustav Oberwallner, Obmann der Fahrzeughändler in der Wirtschaftskammer. Nach den enttäuschenden Zahlen im November habe es noch geheißen: "Der Dezember schaut ganz gut aus", sagte Oberwallner. Trotz alledem hält er die "fundamentalen Voraussetzungen" für intakt.

Auch die ersten beiden Jänner-Wochen haben an der schlechten Absatzsituation nichts geändert, erklärte BMW-Österreich-Chef Gerhard Pils, der für die Automobilimporteure spricht. Pils forderte rasche Hilfen von der öffentlichen Hand, denn: "Wenn das so weiter geht, wird's dramatisch."

Konkret erneuerten Händler und Importeure ihre Forderung nach einer Verschrottungsprämie für Altautos, die sie in "Ökoprämie" umbenannt haben. So sollens nach dem Muster Deutschlands für jedes alte Auto, das durch ein weniger umweltschädliches ersetzt wird, 2.500 Euro gezahlt werden.

Normverbrauchsabgabe käme teuer zu stehen
Wesentlich teurer noch würde den Fiskus die geforderte Aussetzung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) für neu angeschaffte Autos in den nächsten beiden Jahren kommen (brutto rund 1 Mrd. Euro). Nachdem der Handel beim Autogipfel in der vergangenen Woche vertröstet worden war, verwies er am Dienstag auf die Absatzmaßnahmen, die in anderen europäischen Ländern (Italien, Frankreich) gesetzt worden sind und forderten die östrerreichische Regierung dazu auf, auch einen Beitrag zu leisten.

Dabei werden - geht es nach den Importeuren - die Preise nicht fallen, weil die Produktionsstillstände in der Industrie dazu beitrügen, die Lager zu entlasten. Pils kündigte an, dass die zahlreichen Sonderaktionen, mit denen in den vergangenen Jahren der Absatz angekurbelt wurde, demnächst auslaufen werden. Das Wort Preissteigerungen wollte Pils nicht in den Mund nehmen: "Die Botschaft ist: Wenn Sie günstig ein Auto kaufen wollen, dann kaufen Sie jetzt, weil billiger wird's nicht."

Besser als die Personenautos haben sich im vergangenen Jahr die Lkw-Verkäufe entwickelt, die ebenfalls als Konjunkturindikator gelten. Von ihnen wurden 2008 37.485 Stück oder 2,2 Prozent mehr abgesetzt.
(apa/red)