Autodiebe machen der Polizei zu schaffen:
9 von 10 rasen ihnen vor der Nase davon

Profi knackt Fahrzeug in knapp zwei bis drei Minuten Schafft es dann binnen 40 Minuten außer Landes

Autodiebe machen der Polizei zu schaffen:
9 von 10 rasen ihnen vor der Nase davon © Bild: APA/Schlager

3.00 Uhr, VW-Passat, Wiener Kennzeichen, ein Insasse, auf dem Weg Richtung Osten - "So jemanden halten wir sicher an", sagte Chefinspektor Andreas Kummer von der Diebstahlsgruppe im Landeskriminalamt Burgenland. Die Spezialisten gehen bei der Suche nach Fahrzeugdieben selektiv vor. "Es hängt immer davon ab, was in den letzten zwei Monaten gestohlen worden ist." Derzeit macht man sich mit einem Fahrzeug der VAG-Gruppe (VW, Audi, Seat, Skoda) besonders verdächtig. Und für die Fahnder gibt es angesichts steigender Diebstahlszahlen alle Hände voll zu tun. Das bleibt oft nicht ohne Risiko: Neun von zehn Dieben steigen bei Kontrollen aufs Gas und bringen Polizisten in Gefahr.

Für einen Dieb ist der Transport von Wien nach Budapest das Gefährlichste. Daher sitzt meist auch nur eine Person im Fahrzeug, erzählte der Ermittler. Beim Verschieben über die Grenze muss der Täter damit rechnen, dass er angehalten wird. Nachdem die Diebstähle von österreichischen Pkw stark gestiegen sind, "schauen wir uns besonders österreichische Kennzeichen an".

Das größte und gefährlichste Problem der Polizisten dabei ist derzeit: 90 Prozent der Autodiebe versuchen bei Kontrollen zu flüchten. "Die Kollegen leben dabei sehr gefährlich und müssen oft um ihr Leben springen", sagte Kummer. Ein kleiner Trost für die Beamten: Von den letzten zehn Lenkern, die die Barrikaden der Polizei durchbrochen haben, "konnten wir neun Fahrzeuge wieder auffinden." Die Täter flüchten zwar öfters, der gestohlene Pkw kann aber wieder an den Besitzer übergeben werden.

Einen gestohlenen Wagen erkennt der Fachmann recht leicht. Autos werden ziemlich brutal geknackt, zum Beispiel mit einem "Polenschlüssel", Spezialgerät zum Aufbrechen der Autotüren, oder einem Bohrloch in der Tür. "Die Beschädigung sieht man", meinte der Beamte. Ein geschickter Autoknacker benötige dafür laut Kummer nur zwei bis drei Minuten, "vielleicht fünf, wenn er langsam ist". Nach 30 bis 40 Minuten ist er mit der Beute außer Landes. Die Beschädigung wird dann im Zielland wieder hergerichtet oder das Fahrzeug in Teilen verkauft.

Weniger einfach ist es für einen Laien zu erkennen, ob man ein gestohlenes Auto kauft. Grundsätzlich rät der Experte auf den Originalschlüssel zu achten, "da kann einem schon was verdächtig vorkommen", in der Werkstatt lässt sich auch am Prüfgerät rasch erkennen, ob alles passt. "Wenn ich beim Händler kaufe, habe ich eine gewisse Sicherheit", sagte Kummer. Ein Risiko sei vielmehr der Online-Kauf.

(apa/red)

Kommentare

Schuld ist die Politik Wer hat die Grenzen aufgemacht? Ahh... Und was ist passiert? Ahh...
Da kann man nicht so einfach die Schuld auf die Exekutive schieben, ich bin mir sicher die geben (größtenteils) ihr Bestes, im Gegensatz zu manch anderen faulen abkassierenden hochnäßigen vielversprechenden nichtshaltenden volksverkaufenden Sesselpforzern!!

wie einfach "schauen wir uns besonders österreichische Kennzeichen an".
nah dann hängens halt ausländische rauf und schon fahren sie unkontrolliert vorbei

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