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Auto - Kaputtes
Diesel-Image © Bild: AFP PHOTO / PATRIK STOLLARZ

Verbrennungsmotoren sind zwar nicht ganz so schlecht wie ihr Ruf, haben aber ein Ablaufdatum, sagt der deutsche Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer

Wenn zwei Kinder sich streiten, wer das Diesel- und wer das Benzin-Auto spielen darf und keiner der Diesel sein will, hat der Kraftstoff auch hierzulande eindeutig ein Imageproblem.

Denn während sich die einen noch darüber ärgern, dass ihnen in der Vergangenheit Pkw mit geschönten Abgaswerten verkauft wurden, machen sich die anderen bereits darüber Gedanken, mit welchem Sprit ihr Auto in der Zukunft überhaupt fahren soll. Denn Diesel hat mittlerweile den Ruf eines Umweltverschmutzers weg.

Augen zu und durch

Ganz so stimmt das allerdings nicht, sagt der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer im News-Gespräch. Ob man sich jetzt noch den Kauf eines Diesel antue, hänge primär davon ab, „wo genau man lebe“ und wie hoch die Schadstoffbelastung an diesem Ort sei: „Wenn diese eher gering ist: Würde ich sagen: ,Augen zu und durch’.“

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Anders sei es, wenn einzelne Kommunen – wie etwa auch in der steirischen Landeshauptstadt Graz angedacht – Fahrverbote in ihren Stadtzentren durchsetzen. Immerhin gebe es bereits eine EU-Entscheidung dazu, der alle Mitgliedsstaaten 2010 zugestimmt hätten. Spätestens, wenn die Fahrverbote Realität werden, rät Dudenhöffer: „Weg mit dem Diesel.“ Denn ab diesem Moment wird der Verkauf eines Diesel-Gebrauchtwagens eindeutig schwierig bis unmöglich. Etwas anders sei es mit den Diesel der Klasse Euro 6: „Damit ist man auf der sicheren Seite.“

Das richtige Auto für jeden

Dudenhöffers Rat an jene, die gerade überlegen, ein neues Fahrzeug zu kaufen: „Bei E-Autos ist es stark abhängig davon, wo genau ich lebe.“ Für Stadtfahrer mache das batteriebetriebene Fahrzeug bereits jetzt Sinn. Vielfahrern rate er auch jetzt noch zum Diesel, „wegen den Subventionen“. Wessen Kilometerverbrauch sich im mittleren Bereich bewege, der solle sich derzeit am besten einen Hybrid zulegen: „Der ist preisgünstiger und sauberer.“

Seit 20 Jahren

Die ganze Diskussion um die Abgaswerte ist für den Autoexperte aber auch hochgespielt worden: „Die höheren Verbrauchswerte der Diesel pfeifen die Spatzen schon seit 20 Jahren von den Dächern.“ Die Politik in Brüssel habe aber die Augen zugemacht „und die Autoindustrie sogar damit gespielt.“

E-Autos kommen

Allerdings wird sich die Fahrzeuge-Welt deutlich verändern, wagt Dudenhöffer einen Blick in die Zukunft: „In 20 Jahren wird es in einigen Ländern überhaupt keine Verbrennungsmotoren mehr geben.“ Immerhin würden die Regelungen für die CO2-Werte in zwei Jahren deutlich verschärft werden. Dann allerdings sei allein schon der deutsche Autoproduzent VW in der Lage, 350.000 reine E-Autos in Europa ausliefern.

Spätestens dann müssen die batteriebetriebenen Fahrzeugen beweisen, dass sie diese Lücke füllen können.

Denn derzeit, so der Experte, seien Stromgewinnung und Recycling bei E-Autos noch „ein großes Thema“. Und auch die Autohändler hätten sich mit der neuen Pkw-Generation noch nicht ganz angefreundet: „Die Werkstätten sind künftig mit Nachteilen konfrontiert: Sie machen weniger Umsatz, haben aber weniger Ölwechsel und gleich viele Reparaturen zu übernehmen.“ Diese Bedenken müsse man erst nehmen, sagt Dudenhöffer, an der Weichenstellung in Richtung E-Autos ändere es allerdings nichts.

Kommentare

Lucas Di Lorenzo
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All das schöne Gerede nutzt gar nichts, wenn man bedenkt, dass wir nicht mal ansatzweise so viel Strom erzeugen können, um z.B. 25 bis 30 % aller Autos mit Strom zu versorgen. Die Ladeinfrastruktur ist auch nicht gegeben. Und dann baut die Industrie 400 Ps+ Autos als Vorzeigeprojekte wie Tesla, Jaguar, Mercedes mit einem Gewicht von über 2 Tonnen. Wann kommen leistbare E-Autos und E-Tankstellen?

Roland Mösl
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Plane für nächstes Jahr ein Haus zu bauen. 104 m² Wohnfläche, integrierte Doppelgarage, 20 kW Photovoltaik als Dacheindeckung. Trotzt Kreditfinanzierung 3 Cent / kWh Eigenkosten. Jahresertrag am Ost West Dach etwa 18.000 kWh. Haushalt, Wärmepumpe und 2 Elektroautos werden wohl 10.000 kWh davon verbrauchen.

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