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Welche privaten Daten
ein Auto weitergibt

ÖAMTC: In diesem Umfang werden Daten erfasst und an den Hersteller übermittelt

Connected Car © Bild: Thomas Lohnes/Getty Images

Das eigene Auto spioniert uns aus. Davor warnen nun Experten. Via SIM-Karte oder App des Autoherstellers werden nicht nur Daten über Fahrerprofil, Fahrzeug-Ortung und Fahrzeit übermittelt, sondern auch die vom Mobiltelefon synchronisierten abgespeicherten Telefonnummern, Adressen und Mailadressen erfasst und im Speicher abgelegt, wie der Autofahrerclub ÖAMTC in einer Aussendung mitteilte.

Diese Erkenntnisse basieren auf einer Untersuchung des internationalen Dachverbands der Autofahrer (Federation Internationale de l´Automobile - FIA): Im August 2015 wurde in Europa bei zwei handelsüblichen Neufahrzeugen untersucht, in welchem Umfang Daten erfasst und übermittelt werden. Die dabei festgestellte Datenübertragung "ist nicht im Sinne der Autofahrer", sagt Bernhard Wiesinger vom ÖAMTC. Zugriff auf die Daten habe derzeit nur der Fahrzeughersteller. Gemeinsam mit der FIA setze sich der ÖAMTC mit der Kampagne "My Car My Data" für klare Regeln zur Datenerfassung und -weitergabe aus dem Auto ein. Die Kampagne ist am Dienstagabend im EU-Parlament in Straßburg präsentiert worden.

Konsument soll entscheiden können

In zwölf europäischen Ländern hat die FIA parallel zum Fahrzeug-Test eine Umfrage durchgeführt. Bei der Online-Befragung wurden im Oktober 2015 über 12.000 Personen in Deutschland, Belgien, Frankreich, Finnland, Italien, Holland, Großbritannien, Polen, Tschechien, Dänemark, Spanien und Österreich (1.001 Personen) befragt. Die Umfrage zeigt: Eine Mehrheit der Autofahrer befürwortet die Aufzeichnung und Weitergabe von Daten – aber unter bestimmten Voraussetzungen und zu definierten Zwecken. "86 Prozent der Österreicher würden ausgewählte Daten zur Pannenbehebung weitergeben. Allerdings möchten 91 Prozent den Pannendienst selbst wählen. 97 Prozent wollen die Kommunikation aus dem Auto komplett abschalten können", teilte Wiesinger mit.

Auch fordern 92 Prozent der Österreicher laut FIA-Umfrage klare gesetzliche Regelungen. "Man braucht für jedes Modell eine übersichtliche Liste, welche Daten erfasst, verarbeitet, gespeichert und weitergegeben werden. Der Konsument muss entscheiden können", sagt der Experte.

Die Umfrage hat außerdem ergeben, dass nach eigenen Angaben nur fünf Prozent der Österreicher – und damit weniger als die meisten unserer europäischen Nachbarn – ein vernetztes Auto ("Connected Car") besitzen. Besorgter als die meisten Europäer zeigen sich die Österreicher hinsichtlich der Offenlegung privater Informationen (68 Prozent sehr besorgt / Europa 53 Prozent), der kommerziellen Nutzung ihrer Daten (61 Prozent sehr besorgt / Europa 49 Prozent) sowie Hacking (60 Prozent sehr besorgt / Europa 51 Prozent).

Kommentare

strizzi1949

Und wieder so ein Lückenfüller-Artikel! Ohne anzuführen, welche Automatken bzw. Automodelle diese Daten sammeln und übermitteln, hätte man sich diesen Artikel auch sparen können! Denn, was bringt mir dieser Artikel jetzt? Ein chinesischer Reisbauer hat beim sich bücken einen Furz gelassen! Ja, und? Wir brauchen Fakten, keine Panikmache!

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