"Ausziehen, Ausziehen!": Muslimisches Mädchen darf mit Kopftuch nicht in Schule

Für Innsbrucker Schuldirektorin "politisches Zeichen" MISTIMMEN: Was halten Sie vom Kopftuch-Verbot?

In einer Innsbrucker Volksschule hat es Aufregung um ein angebliches Kopftuchverbot für eine muslimische Schülerin gegeben. Die Zehnjährige sei beim Betreten des Schulgebäudes aufgefordert worden, die Kopfbedeckung abzunehmen, berichteten die Eltern. Die zuständige Stadträtin für Innsbruck plädierte für Toleranz und regte eine Vermittlung zwischen den Beteiligten an.

Das Kind sei mit den Worten "Ausziehen, ausziehen" in der Volksschule Neu-Arzl empfangen worden, berichtete die Tiroler Tageszeitung. Kinder hätten versucht, dem Kind das Kopftuch herunterzureißen.

Kopftuch "politisches Zeichen"
Insgesamt würden derzeit drei Mädchen, die ein Kopftuch tragen, die Schule besuchen. Die Direktorin habe sie vor kurzem darauf angesprochen, denn "ich wünsche kein Kopftuch an meiner Schule". Auch anderen sei nicht erlaubt, eine Kappe im Unterricht zu tragen. Im Volksschulalter sei für sie ein Kopftuch "kein religiöses, sondern ein politisches Zeichen".

Schulstadträtin Oppitz-Plörer hoffte, dass sich die Situation bald wieder beruhige. "Dass es eineinhalb Jahre ohne Probleme funktionierte, zeigt, dass es eine gegenseitige Toleranz gibt und ich bitte alle Beteiligten, in diesem Sinne weiterzufahren." Eine Anweisung, gegen Kopftücher vorzugehen, gebe es nicht.
(APA/red)