"Auszeit vom Fußball nehmen": Hochhauser
verlängert Vertrag beim SV Ried nicht

Kontrakt bei Oberösterreichern läuft per 31. Mai aus 59-Jähriger betreut Aufsteiger seit Sommer 2004

Die vergangenen Tage waren in Oberösterreich von Spekulationen um seine Zukunft geprägt. Seit Sonntagvormittag ist es fix. Heinz Hochhauser fungiert ab der kommenden Saison nicht mehr als Fußball-Trainer des in der laufenden Spielzeit so erfolgreichen Bundesliga-Aufsteigers SV Ried. Der 59-Jährige verlängert seinen mit 31. Mai 2006 auslaufenden Vertrag mit den Innviertlern nicht.

"Es waren zwei schöne und erfolgreiche Jahre, die aber viel Kraft gekostet haben. Ich möchte mir jetzt einfach einmal eine Auszeit vom Fußball nehmen", begründete Hochhauser, der die Rieder seit Sommer 2004 betreut und auf Anhieb in die höchste Spielklasse geführt hatte. "Ich habe persönlich gemerkt, dass ich an Grenzen gestoßen bin. Ich habe der Mannschaft meine gesamte Energie gegeben. Mehr geht nicht."

Unter Hochhauser waren die Oberösterreicher unter anderem in 27 Pflichtspielen in Folge (Bundesliga und Erste Liga) zu Hause ungeschlagen - Vereinsrekord. Nun stehen die Rieder vor den abschließenden beiden Runden auf dem vierten Rang, haben sogar erstmals seit 1998 (Achtelfinale im Cup der Cupsieger) die kleine Chance auf einen Europacup-Fixplatz. Drei Punkte fehlen nach dem 2:2-Heimremis gegen Mattersburg auf den Tabellen-Dritten und Lokalrivalen Pasching.

"Mit ziemlicher Sicherheit" kein Trainerjob in nächster Saison
"Das ist ein sehr großer Erfolg für uns alle", betonte Hochhauser, der in unmittelbarer Zukunft einen Wechsel zu einem Konkurrenzklub ausschloss. "Mit ziemlicher Sicherheit werde ich in der kommenden Saison nicht Trainer in der Bundesliga sein", meinte der HTL-Professor, der seine zweite Amtszeit als Ried-Coach 2004 als Nachfolger von Andrzej Lesiak angetreten hatte. Davor hatte Hochhauser unter anderem bei der Wiener Austria (Juni 2000 bis März 2001), dem FC Kärnten (2002) und dem FC Superfund Pasching (2003) als Cheftrainer gearbeitet.

Seinem eigenen Nachfolger hinterlässt Hochhauser, der laut eigenen Angaben noch keine speziellen Zukunftspläne hegt, neben einer funktionierenden Mannschaft eine sportliche Erfolgsbilanz. "Vielleicht reduziert sich durch meinen Abgang aber auch der Druck", meinte der Trainer-Routinier, der bereits 1999/2000 im Jahr eins nach Langzeit-Trainer Klaus Roitinger (1988 bis 1999) zum fünften Bundesliga-Tabellenplatz geführt hatte.

Manager Stefan Reiter wurde von Präsident Hans Willminger, der laut eigenen Angaben am Sonntag von Hochhauser über dessen Entscheidung informiert worden war, mit der Erstellung eines Anforderungsprofils für den neuen Häuptling der Rieder Wikinger betraut. "Ich werde in den kommenden Wochen in aller Ruhe Gespräche mit mehreren potenziellen Trainerkandidaten führen", erklärte Reiter. Willminger bedauerte den Abgang seines Erfolgstrainers: "Wir müssen seine Entscheidung aber respektieren."

Bereits am Samstag letztes Spiel vor heimischem Publikum
Seine Abschiedsvorstellung im Fill Metallbau-Stadion gibt Hochhauser am Samstag gegen Absteiger Admira. Ihr abschließendes Saisonspiel bestreiten die Rieder am 13. Mai im Hanappi-Stadion beim entthronten Meister Rapid. Hochhauser würde sich bereits durch Rang vier mit dem besten Bundesliga-Endergebnis der Vereinsgeschichte verabschieden. "Egal ob wir Dritter oder Fünfter werden, die Saison ist für uns sehr gut gelaufen."
(apa/red)