Auswirkungen des Klimawandels: Anstieg der Temperatur beeinflusst unsere Tierwelt

Auswirkungen auf Insekten, Fische und Vögel Vegetationsgrenzen im Gebirge verschieben sich

Hitzewellen und Veränderungen bei Niederschlägen wirken sich auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt aus. Der Klimawandel bringt immer höhere Temperaturen und beeinflusst das Leben von Insekten, Fischen und Vögeln, berichtet Helga Kromp-Kolb von der Wiener Universität für Bodenkultur (BOKU). Vor allem nicht heimische Tiere können im immer südlicheren Klima Österreichs zunehmend Fuß fassen.

Die Erwärmung kommt auch manchen Krankheitserregern zu Gute: So könnte zum Beispiel der Malaria-Virus mittlerweile in Europa überleben, ist Kromp-Kolb überzeugt. Vor einer Verbreitung müsse man sich aber dennoch nicht fürchten. Denn ein Entwicklungszyklus des Erregers muss im menschlichen Körper absolviert werden, erklärte die Expertin. Durch die europäischen Hygienebedingungen werde dies verhindert.

Im Bergland werden ebenfalls Auswirkungen der Klimaveränderungen spürbar. Die steigenden Temperaturen sorgen für eine Verschiebung der Vegetationsgrenzen im Gebirge, sagte Kromp-Kolb. Pflanzen, die für niedrige Lagen typisch sind, können weiter oben überleben und verdrängen dabei die typische Gebirgsvegetation aus ihrem Lebensraum. Grundsätzlich sei dies jedoch ein sehr langsamer Prozess, der mehrere Jahre dauere.

Lebensbedingungen verändern sich
Auch die Lebensbedingungen für Insekten verändern sich: Die Phasen mit hohen Temperaturen dauern immer länger und manche Krabbeltiere können daher drei - statt bisher zwei - Generationen hervorbringen, erklärte die Wissenschafterin. Der Lebensraum der Käfer, Spinnen oder Fliegen verschiebt sich auch geographisch. So wandert zum Beispiel die Gottesanbeterin von der Steiermark immer weiter in Richtung Norden.

Ob ungewöhnliche Tiere - wie zum Beispiel die Dornfingerspinne - durch Reisen eingeschleppt werden oder wegen der wärmeren Witterung verstärkt auftreten, lasse sich nur schwer feststellen, meinte Kromp-Kolb. Oft ist es eine Kombination von beidem: die Tiere werden unabsichtlich ins Land gebracht, können aber nur wegen der Klimaveränderung überleben.

Viele der nicht heimischen Tiere seien früher wegen der kühleren Wetterverhältnisse einfach verendet, erklärte die Wissenschafterin. Wegen der südlicheren Temperaturen können sie jetzt allerdings auch hier Fuß fassen. Zugenommen habe vor allem die Zahl der unabsichtlich importierten Meereslebewesen auch durch Fernreisen und -transporte.

Auf die Fisch-Population in den österreichischen Gewässern wirke sich vor allem die höhere Wassertemperatur aus, so Kromp-Kolb. Durch das warme Klima verändere sich aber auch der Sauerstoffgehalt und die Pflanzenwelt in den Flüssen und Seen. Weniger Vegetation bedeute für manche Lebewesen schlechtere Tarnung, für andere hingegen bessere Jagdbedingungen. Je nach Rasse können damit also Auswirkungen auf Fortpflanzung und Überleben verbunden sein.

(apa/red)