Auswirkungen der Bundesheerreform: 1. Jobrochaden im Verteidigungsministerium

Personalentscheidungen sollen bis Dezember fallen Ausschreibungsfrist-Ende für Spitzenposten läuft aus

Auswirkungen der Bundesheerreform: 1. Jobrochaden im Verteidigungsministerium

Die ersten Personal-Entscheidungen im Zuge der Zentralstellenreform im Verteidigungsministerium sollen dem Vernehmen nach bis Weihnachten fallen. Die Ausschreibungsfrist für die ersten sechs von insgesamt 21 Spitzenposten endet am 26. November. Die Neubesetzung dieser Jobs - das sind Generalstabschef und Stellvertreter sowie die vier Sektionschefs - soll bis Weihnachten entschieden sein. Die zweite Ebene - ausgeschrieben werden unter anderem mehrere Gruppenleiter - soll Ende Februar feststehen, heißt es in Bundesheerkreisen.

Die 21 Spitzenpositionen waren 2002 vom damaligen Ressortchef Herbert Scheibner besetzt worden. Die auf fünf Jahre befristeten Posten laufen am 30. November 2007 aus. Die von Verteidigungsminister Norbert Darabos geplante Reform der Zentralstelle - drei Stäbe und drei Sektionen werden auf insgesamt vier Sektionen reduziert - soll allerdings erst mit 1. Juni 2008 umgesetzt werden.

Übergangslösung
Wie diese "Lücke" überbrückt wird, ist noch nicht ganz klar. Im Ministerium hält man sich vorerst bedeckt. Der Übergang solle "möglichst fließend" erfolgen. Über den Zeitplan könne man nicht viel sagen. "Es ist alles offen", meinte ein Sprecher. Er verwies gleichzeitig auf die Möglichkeit, die jetzt zuständigen Personen mit ihren bisherigen Aufgaben bis Mitte 2008 zu betrauen. Auch die Neubestellungen müssten nicht sofort erfolgen. In Bundesheerkreisen heißt es, es sei beabsichtigt, die Spitzenpositionen der ersten Ebene (Generalstabschef und Stellvertreter sowie Sektionschefs) vorübergehend bis Ende Dezember und jene der zweiten Ebene (Gruppenleiter) bis Ende Februar mit den bisherigen Aufgaben zu betrauen.

Gehaltverluste
Die bevorstehenden Neubesetzungen sorgen im Heer jedenfalls für Nervösität. Eine Abberufung ohne adäquaten neuen Job könnte den Betroffenen empfindliche Gehaltsverluste bringen. Je nach Funktionsgruppe - in den betreffenden Fällen 7 bis 9 - drohen den Bediensteten Verluste zwischen 1.100 und 2.100 Euro.

Auf eine Aufwertung hoffen darf hingegen der SPÖ-nahe Generalleutnant Edmund Entacher, der als Favorit für Generalstabschef genannt wird. Als Stellvertreter gehandelt werden mehrere Kandidaten: der Adjutant von Bundespräsident Heinz Fischer, Gregor Keller, der für die Reform "BH 2010" zuständige Generalleutnant Othmar Commenda und der Leiter des Führungsstabes, Generalmajor Christian Segur-Cabanac. Commenda und Segur-Cabanac werden auch Chancen als Sektionschefs eingeräumt - man kann davon ausgehen, dass sich die Kandidaten für mehrere Positionen bewerben. Gerüchten zufolge soll der jetzige Leiter der Sektion I, Rainer Holenia, in der Führungsebene bleiben. Unter den Bewerbern soll auch der bisherige Generalstabschef Roland Ertl sein, heißt es.

(APA/red)