Auswirkungen bei Bauern noch gering: Landwirtschaft hofft auf Niederschläge!

Später strenger Winter brächte Millionenschäden

Das ungewöhnlich milde Wetter bringt die Natur durcheinander. Nicht verwunderlich, dass die heimischen Bauern langsam besorgt auf ihre Felder blicken. Derzeit halten sich die Auswirkungen des bisher vergleichsweise warmen Winters aber in Grenzen und sind noch unproblematisch für die heimische Landwirtschaft, so der Tenor eines APA-Rundrufs bei den Landes-Agrarkammern. Ausschlaggebend sei das Wetter in den nächsten Wochen.

Die hohen Temperaturen haben das Wachstum von im Herbst ausgesäten Pflanzen wie Wintergerste, Winterweizen und Raps stimuliert, die dank des warmen Herbstes zum Teil ohnehin schon sehr gut entwickelt waren. Aufgrund von Tageshöchstwerten um die 15 Grad leidet die Wintersaat daher derzeit unter Trockenheit, hieß es. Sollten sich in den nächsten Tagen Niederschläge einstellen, gebe es aber keine Beeinträchtigungen bei den Erträgen.

Würde nun eine abrupte Abkühlung auf Minustemperaturen kommen, wäre aber sehr wohl mit Schäden an den Pflanzen zu rechnen. Eine langsame Abkühlung (innerhalb einer Woche auf minus 5 Grad Celsius) hätte dagegen laut der deutschen Forschungsanstalt ART kaum gravierende Folgen. Wie sich das warme Wetter auf die anstehenden Saaten und Ernten 2006 auswirken werde, sei noch unklar.

Tatsache ist, dass der Klimawandel zu einer Zunahme von Wetter-Extremereignissen führt, von denen die Landwirtschaft besonders betroffen ist - 80 Prozent des landwirtschaftlichen Ertrages hängen vom Wetter ab. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Aufzeichnungen der Österreichischen Hagelversicherung wider.

Schon 2006 waren Österreichs Bauern neben Hagel besonders von Frost, Hochwasser und Auswuchs betroffen. Zusätzlich führte die Dürre vor allem im Süden und Osten Österreichs insbesondere bei Grünland zu Schäden. Insgesamt gab es bei der Hagelversicherung mit mehr als 26.000 Schadensmeldungen beinahe eine Verdoppelung gegenüber 2005.

Welche wirtschaftliche Folgen das bisher milde Winterwetter für die Landwirtschaft heuer habe, könne zum jetzigen Zeitpunkt seriöserweise noch nicht abgeschätzt werden, so die Hagelversicherung auf APA-Anfrage. Dies hänge wesentlich von der Witterung in den nächsten Wochen ab. Schon jetzt bringen aber die überdurchschnittlich hohen Temperaturen ein erhöhtes Gefahrenpotenzial für die Landwirtschaft mit sich.

Sollte in den kommenden Wochen tatsächlich noch ein strenger Winter mit extremen Minusgraden einkehren, käme es etwa zu katastrophalen Ausfällen mit Millionenschäden bei Wintergetreide und im Weinbau, so die Hagelversicherung. (apa)