Austro-Waren für die Welt: FORMAT über den Boom der österreichischen Exporte

Trotz drohendem Abschwung und starkem Euro Wie lange kann dieser tolle Trend noch anhalten?

Kasachstan, das assoziierte Adolf Pohn bis vor kurzem noch mit dem wilden Osten. Doch als er das erste Mal an das Land am Kaspischen Meer reiste, um für seine Firma Gig Fassadenbau ein Projekt zu fixieren, traute der Oberösterreicher seinen Augen nicht: Der Flughafen der ehemaligen Hauptstadt Almaty ist moderner als so mancher Airport in Westeuropa, die Autobahn in die Stadt breiter als jene in Wien, und die Innenstadt glänzt mit neuen Gebäuden und Denkmälern, auch wenn nicht alles sehr geschmackvoll ist. "Die kasachischen Städte sind unvorstellbar modern", sagt Pohn.

Das war vor zwei Jahren. Mittlerweile hat Adolf Pohn zum Modernisierungsschub in Kasachstan sogar selbst beigetragen: Für zwei je hundert Meter hohe Bürotürme, die Rachat Towers, die ein dort ansässiger Bauunternehmer errichten ließ, lieferte die Gig eine 16.000 Quadratmeter große Aluminium-Glas-Fassade. "Mit diesem Auftrag sind wir in Kasachstan sehr bekannt geworden, weil unsere Technik dort eine Neuheit ist", freut sich Pohn, der zuvor so prestigeträchtige Bauten verkleidete wie das Austrian Cultural Forum und die Zentrale des Luxuslabels Prada in New York oder die Tribüne einer Pferderennbahn in London.

Export boomt
Die Gig Fassadenbau mit Sitz im oberösterreichischen Attnang-Puchheim ist eines von 33.000 heimischen Unternehmen, das seine Waren in die weite Welt liefert. Und der Export boomt wie nie zuvor: 2007 wurden Waren für rund 114 Milliarden Euro ausgeführt - und damit 9,8 Prozent mehr als im Jahr davor. Werden auch noch die Dienstleistungen addiert, beläuft sich das gesamte Exportvolumen gar auf 155 Milliarden Euro. Mittlerweile macht der Außenhandel schon 58 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus und avancierte zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor.

Deutschland, Italien und die USA sind dabei die wichtigsten Zielländer. Doch auch die neuen EU-Mitglieder, ehemalige GUS-Staaten und Russland verlangen immer stärker nach heimischen Erzeugnissen. "Unser Ziel ist, bis 2010 die Ausfuhren auf 200 Milliarden nahezu zu verdoppeln", nennt Walter Koren, Chef der Außenwirtschaft Österreich (AWO) in der Wirtschaftskammer, einen ehrgeizigen Plan (siehe Interview ab Seite 54).

Doch wie gefährlich sind die drohende US-Rezession und der starke Euro für die heimischen Exporte?

Neue Projekte in Planung
Für Gig-Chef Adolf Pohn jedenfalls ist eines klar: Dieses Jahr geht die Expansion in ferne Länder weiter. Neue Projekte könnten etwa in Kiew, Moskau, Budapest und Sofia dazukommen. Für die Fassadenfirma sind jene Städte interessant, in denen bereits ausländische Unternehmen präsent sind und die Nachfrage nach qualitativen Baumaterialien groß ist. "Das wirklich schwierige am Exportgeschäft, vor allem in Osteuropa, ist der Zugang zu wichtigen Leuten. In manchen Ländern braucht man Kontakte bis in die Einflusssphäre des Präsidenten", erzählt Pohn.

Gute Kontakte benötigt auch Angelika Huemer. Sie ist Chefin des Familienunternehmens Starlinger. Die Wiener Firma, die mit 550 Mitarbeitern 99 Prozent ihres 100-Millionen-Euro-Umsatzes im Ausland erwirtschaftet, ist Weltmarktführer für Maschinen und Anlagen zur Erzeugung gewebter Kunststoffsäcke und liefert in mehr als 130 Länder. "Der Maschinenbau ist oft ein sehr persönliches Geschäft. Wir geben daher wesentlich mehr Geld für Messeauftritte als für klassische Werbung aus", sagt Huemer.

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