Austrian Airlines auf neuer Partnersuche: Lufthansa steht ganz oben auf Favoritenliste

Wunschkandidaten der Wirtschaft unterschiedlich Leitl für "Emirates" - Haselsteiner tendiert zu Russen

Austrian Airlines auf neuer Partnersuche: Lufthansa steht ganz oben auf Favoritenliste © Bild: APA

Offiziell hat sich die AUA noch gar nicht auf Partnersuche begeben, informell deutet viel auf die Lufthansa hin. Aus namhaften Wirtschaftskreisen werden jedenfalls schon konkrete Wunschkandidaten genannt.

Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl schlägt im neuen "trend" die "Emirates" vor: "Von den bisher genannten Unternehmen machen die Emirates als Partner am meisten Sinn. Der Bezug zum arabischen Raum wäre nach der Expansion der AUA in Osteuropa eine sinnvolle Erweiterung."

Lufthansa als möglicher Käufer
Die immer wieder ins Spiel gebrachte Lufthansa als möglichen Käufer der AUA beurteilt Leitl kritisch, vor allem weil sie Verkehr vom Flughafen Wien abziehen könnte: "Ich sehe die AUA als Teil der österreichischen Infrastruktur. Mit der Lufthansa als Partner würde sie das nicht bleiben", so Leitl in dem Magazin.

Dem widerspricht im "trend" der deutsche Wirtschaftsminister Michael Glos: "Ich verweise auf die positiven Erfahrungen, die die Swiss mit der Lufthansa macht. Die Lufthansa muss im globalen Wettbewerb ihr Image stärken. Da wird man einem Nachbarn doch keinen Ärger machen. Es täte der österreichischen Seele doch wohl nicht besser, wenn die Air France der neue AUA-Partner wäre." Sein Rezept heißt "total privat": "Die Lufthansa ist erst richtig auf die Beine gekommen, als der Staat die letzten Anteile verkauft hat."

Achse in den Osten
Eine östliche Achse bevorzugt der Bauindustrielle Hans Peter Haselsteiner: Er sieht die russische Aeroflot als idealen Brautwerber für die AUA. In den Augen des Strabag-Chefs wäre die Aeroflot für die AUA mit Sicherheit ein interessanter Partner. "Unser geopolitischer Vorteil würde nochmals enorm gestärkt werden. Wien könnte eine wirkliche Drehscheibe werden. Berlin, in einer ähnlich günstigen Lage, muss erst einen Flughafen bauen. Das dauert noch einige Jahre. Diese Zeit zu nutzen, das wäre ideal."

AUA als Prüfstein
Die durch aktuelle Turbulenzen rund um AUA und Telekom Austria (TA) in Bedrängnis geratene ÖIAG hofft indes auf neue Privatisierungsaufträge und so auf eine Aufwertung der staatlichen Industrieholding, schreibt der "trend" weiter. "Die AUA wird in dieser Hinsicht ein Prüfstein werden", wird ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis zitiert.

Neue Aufgaben für die ÖIAG fordert auch Industriellen-Präsident Veit Sorger. Demnach könnte sowohl ein allfälliger Verkauf des ÖBB-Güterverkehrs, ebenso wie das Abgeben von Anteilen der Verbundgesellschaft und Privatisierungen in den Bundesländern über die ÖIAG laufen. "Damit würden Doppelstrukturen vermieden", so der IV-Präsident im "trend".

Widerstand zu einer solchen ÖIAG-neu kommt laut "trend" aus SPÖ-Kreisen, die zu wenig Einflussmöglichkeiten auf die Holding beklagten. "Ich würde der SPÖ nicht raten, das zu akzeptieren", sagte etwa Arbeiterkammer-Direktor Werner Muhm. Er würde - laut "trend" im Gleichklang mit Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl - die ÖIAG auflösen und die bestehenden Beteiligungen an die zuständigen Ministerien andocken, sofern sich an der Performance von Michaelis nichts ändere. Raidl: "Ein Ministerialrat macht das genauso gut wie die ÖIAG."

Wechsel bei AUA-Betriebsrat?
An der Spitze des AUA-Betriebsrates Bord kam es nach einer Abstimmung am 13. Mai zu einem Wechsel. Wie die Zeitung "Österreich" unter Berufung auf ein Schreiben der AUA-Vorstände Alfred Ötsch, Peter Malanik und Andreas Bierwirth an die Belegschaft berichtete, wird darin Kapitän Georg Riedl als "neuer Ansprechpartner" des AUA-Managements genannt. Riedl löse Michael Eder ab, Eder beharre aber auf seiner Funktion.

(apa/red)