Austrian Airlines von

Keine AUA-Einigung

Geschäftsführung lehnt Angebot ab. Entscheidung fällt damit im Aufsichtsrat

Austrian Airlines - Keine AUA-Einigung © Bild: APA/Jäger

Die Gespräche zwischen AUA und Betriebsrat über einen neuen Kollektivvertrag für das fliegende Personal sind vorerst ohne Ergebnis zu Ende gegangen, sagte Betriebsratschef Karl Minhard. Die Arbeitnehmer hätten ein Angebot gemacht, das von der Geschäftsführung als unzureichend eingestuft worden sei. Grundsätzlich sei man aber weiter jederzeit gesprächsbereit. Auch AUA-Sprecher Peter Thier sagte, für Verhandlungen sei grundsätzlich bis zum morgigen Aufsichtsrat Zeit.

Der AUA-Betriebsrat hat laut eigener Aussendung angeboten, dass die Mitarbeiter bei den Gehältern 14 Mio. Euro einsparen und weitere 33 Mio. Einsparungen durch Auflösung von Pensionsrücklagen anbieten. Konkret bietet das fliegende Personal längere Arbeitszeiten, eine Verringerung bei den Gehaltsvorrückungen und das Aussetzen der automatischen Inflationsabgeltung an. In Summe würde sich der Pensionsaufwand um rund 20 Prozent verringern, die AUA würde drei Prozent mehr Eigenkapital über Personalmaßnahmen lukrieren, so Minhard. "Und dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass ja die Mitarbeiter bereits jetzt auf 5% ihres Gehaltes verzichten". Nun warte man ab, was der Aufsichtsrat zu dem Angebot sagt, so Minhard.

Die AUA habe hingegen verlangt, bei den laufenden Personalkosten 45 Mio. Euro zu sparen und weitere 180 Mio. Euro durch Auflösung von Pensionsrücklagen zu lukrieren. Das würde dem Unternehmen 18 Prozent mehr Eigenkapital bringen. "Sozialkapital wird also einfach in Eigenkapital umgewandelt. Jeder Mitarbeiter müsste nach diesem Plan jedoch im Durchschnitt drei Jahre gratis arbeiten und auf 50 Prozent seiner Pension verzichten. Da fehlen Fairness und Augenmaß komplett, das können wir sicherlich nicht akzeptieren", schreibt Minhard in der Aussendung.

Thier weist die Darstellung, es gehe um Vernichtung von Sozialkapital zurück. Es gehe um Rückstellungen und Nachschusspflichten, die für eine kleine Gruppe von Mitarbeitern mit alten Kollektivverträgen nötig seien - rund 300 Piloten und 600 Flugbegleiter. Die AUA wolle die Pensionen von Leistungs- auf Beitragspensionen umstellen. Die laufenden Pensionsbeiträge stünden aber nicht in Diskussion.

Alle wollen den Standort erhalten
Einig sind sich beide Seiten nur in einem Punkt: Es geht um den Erhalt des Standortes, um Arbeitsplätze und die Zukunft des Unternehmens insgesamt.

Minhard weist die Variante, die fliegenden Mitarbeiter in den Kollektivvertrag der Regionalflugtochter Tyrolean überzuführen, eindringlich zurück. In diesem Fall könnten im schlimmsten Fall 200 bis 300 Piloten das Unternehmen verlassen und im Ausland anheuern. "Das heißt: Ein Drittel aller AUA-Piloten sind binnen eines Monats weg, unglaublich viel Know How geht mit einem Schlag verloren, rund 15 Flugzeuge können nicht mehr fliegen, und die Transferflüge würden großteils ausfallen", so Minhard. Damit würde der Standort an Bedeutung verlieren. Zugleich betont Minhard, er verhandle für den Verbleib der Piloten und den Erhalt der Jobs bei der AUA. Auch hier trifft sich sein Interesse mit dem der AUA: "Wir wollen alle Mitarbeiter an Bord behalten" sagt Thier zur Drohung der Piloten, scharenweise zur Konkurrenz, insbesondere zu Emirates, zu wechseln.

Endgültige Entscheidung am Mittwoch
Sollte es weiter keine Einigung geben und die AUA einseitig den Übergang zum Tyrolean-KV beschließen, will Minhard trotzdem nicht streiken, sondern alles tun, um den Betriebsübergang "nicht zuzulassen". Die endgültige Entscheidung zum AUA-Sparprogramm fällt aber erst bei der Mutter Lufthansa in Frankfurt - in deren Aufsichtsrat am Mittwochabend.