Austrian Airlines in Geldsorgen: Bereits beschlossene Kapitalerhöhung soll wackeln

ÖIAG-Gutachten rät von einer weiteren Geldspritze ab Neue Spekulationen über Übernahme durch Lufthansa

Die Austrian Airlines Gruppe (AUA) soll in Geldnöten stecken. Frisches Geld ist nicht nur für Zukunftsinvestitionen nötig, sondern auch für die Aufrechterhaltung des Betriebs. Die Kapitalerhöhung, die die AUA-Hauptversammlung am vergangenen Montag beschlossen hat, 125 Mio. Euro, soll aber "wackeln".

Grund dafür sei laut "Presse", dass laut Aktiengesetz eine Kapitalerhöhung nicht unter dem Nennwert der Aktie durchgeführt werden darf. Das AUA-Papier stehe aber bei 6,71 Euro der Nennwert belaufe sich aber auf 7,27 Euro.

Bei den Gläubigerbanken der AUA - BA-CA, Erste Bank, Bawag und RZB - werde "angesichts der hohen Verbindlichkeiten von 1,8 Mrd. Euro, von denen ein "beträchtlicher" Anteil unbesichert sein soll, fieberhaft an Alternativen gearbeitet", die "Liquidität wird als 'angespannt' bezeichnet".

Gutachten rät von Geldspritzen ab
Die AUA könne die Banken nun zwingen, die Kapitalerhöhung zu zumindest 7,50 Euro je Aktie zu zeichnen, Banken und ÖIAG könnten der AUA auch ein Darlehen geben, heißt es in dem Bericht: "Allerdings bräuchte die ÖIAG, die mit 39,7 Prozent größter Aktionär ist, dafür einen Ministerratsbeschluss." Ein von der ÖIAG schon seit längerer Zeit unter Verschluss gehaltene Roland Berger-Gutachten rate jedenfalls "von weiteren Geldspritzen ab. Diese würde bedeuten, schlechtem Geld noch gutes nachzuwerfen."

Ein Schuldennachlass durch die Banken sei "extrem schwierig", zitiert die Presse ungenannte Stimmen offenbar aus Finanzkreisen.

Damit bleibe "nur eines: Die AUA bekommt einen Partner". Die ÖIAG solle "mit der Lufthansa ohnehin schon handelseins sein - ein Verkauf der AUA vor den Nationalratswahlen gilt allerdings angesichts des Nimbus der "rot-weiß-roten" Fluglinie als nicht opportun", schreibt die Zeitung. Eine Stellungnahme des neuen AUA-Chefs Alfred Ötsch sei nicht einzuholen gewesen. (apa/red)