Austrian Airlines von

AUA spürt die Krise

Die heimische Fluglinie wird im Geschäftsjahr 2011 nicht aus den roten Zahlen kommen

Austrian Airlines - AUA spürt die Krise © Bild: APA/Pfarrhofer

Jetzt ist es offiziell: Die AUA wird ihr für 2011 gesetztes Ziel, operativ schwarze Zahlen zu schreiben, nicht schaffen. "Es ist schon eine gewisse Enttäuschung, dass dieses Ziel nicht gelingt", sagte AUA-Vorstand Andreas Bierwirth bei einem Conference Call anlässlich der Neunmonatszahlen. Kumuliert von Jänner an fuhr die Lufthansa-Tochter in den ersten neun Monaten 2011 einen operativen Verlust von 31,5 Mio. Euro ein.

Die Gewinnzone werde nun für 2012 angepeilt. "Wir wollen nächstes Jahr profitabel werden und hoffen, dass von extern nicht wieder ein Gegenläufer reinkommt", so Bierwirths Vorstandskollege Peter Malanik. Die Krise in Nahost, die Erdbebenkatastrophe in Japan, explodierende Spritpreise und die Verunsicherung der Menschen durch die Staatsschulden-Krise haben die Lufthansa-Tochter heuer massiv belastet.

Für das traditionell schwache vierte Quartal erwarten die Vorstände eine "signifikante" - sprich zweistellige - Ergebnisverbesserung zum Vorjahr, als ein Verlust von 64 Mio. Euro erzielt wurde.

Winterflugplan wird gekürzt
Der ab Ende Oktober geltende Winterflugplan wird zusammengestutzt, die AUA wird Helsinki, Damaskus und Mailand/Linate nicht mehr anfliegen. Statt der ursprünglich geplanten Angebotserweiterung von 10 Prozent wird das Wachstum nur 3 Prozent betragen. Im Gegenzug sollen die Ziele Belgrad, Sofia und Bukarest ab dem Sommer deutlich ausgebaut werden. Trotz der zunehmenden Konkurrenz durch andere Fluglinien will die AUA die Rolle als Ostdrehkreuz "mit Zähnen und Klauen verteidigen", betonten die Vorstände. Derzeit werden 42 Ziele in Osteuropa angeflogen. Auch wenn Osteuropa Kern der Strategie bleibe, müsse man schauen, "inwieweit sich die Finanzkrise II auf Osteuropa ausweitet", so Bierwirth.

Rauer Wind weht der Lufthansa-Tochter auch durch den Vormarsch der Golf-Airline Emirates entgegen. Derzeit darf die in Dubai beheimatete Fluglinie den Wiener Flughafen 13 mal pro Woche anfliegen. Diese Aufstockung (ursprünglich waren es sieben Verbindungen) ist aber nur befristet. Die Verhandlungen zwischen Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten über die Landerechte wurden im August abgebrochen und seither nicht wieder aufgenommen, so die AUA-Chefs. So viel ist aber schon sicher: "Wenn es zu einer Verlängerung kommt, müssen wir regieren." Nachsatz: "Es sei denn, die Regierung tut, was sie in der Roadmap angekündigt hat und verbessert die Rahmenbedingungen." Die Roadmap sieht vor, das Drehkreuz Wien auszubauen.

Angst vor Emirates
Die AUA sieht ihre Langstreckenverbindungen durch Emirates bedroht - allen voran Indien. Für den Sommerflugplan könnte das bedeuten, dass Indien nicht mehr so oft oder gar nicht mehr angeflogen wird. "Das Ausmaß können wir jetzt noch nicht kommunizieren. Wir wissen ja noch nicht, ob Emirates die zweite Frequenz genehmigt bekommt", erläuterte Bierwirth.

Nehme die Regierung die Roadmap für den Luftfahrtstandort ernst, dann müsse es zu Verbesserungen kommen. "Sonst ist das reine Makulatur", so Malanik. Sollte Emirates also die Flugrechte bekommen, müssten Gebühren für Sicherheit und Flughafen deutlich billiger werden oder wegfallen und die Ticketsteuer komplett gestrichen werden, fordern die AUA-Vorstände. Allein die Ticketsteuer belaste die AUA mit einem zweistelligen Millionenbetrag.

Sparen als Dauerthema
Auf die Frage, ob die AUA ein neues Sparpaket braucht, meinte Malanik: "Kosten sind etwas, das wie Schwammerl nachwächst. Wir werden uns immer mit Kosten befassen müssen." Heuer hat die Fluglinie mehr als 100 Mio. Euro eingespart.

Kommentare

Was für die AUA gut war, kann doch für die tiefrote ÖBB nicht schlecht sein!

Ein Verkauft der ÖBB würde dem Steuerzahler viel Geld ersparen.
Alles was ein wenig nach Arbeit reicht wird ohnehin schon ausgeliedert. Hochbezahlte Parteigünstlinge verwalten als Beamte diesen Verein.....

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