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"Das wäre der Jackpot"

Austria-Vorstand Parits kommt beim Gedanken an die Königsklasse in Schwärmen

Thomas Parits, FK Austria Wien © Bild: GEPA/Ort

Auf die Frage nach der Bedeutung eines Einzugs in die Gruppenphase der Champions League antwortete Thomas Parits mit einem Lächeln. "Das wäre der Jackpot", erklärte der Sportvorstand von Österreichs Meister Austria im Gespräch mit der APA. Der 66-Jährige meinte damit aber nicht nur den wirtschaftlichen Quantensprung, der aufgrund des warmen Geldregens von mindestens 10 Mio. Euro garantiert wäre.

Denn Parits ist überzeugt, dass die erste Teilnahme eines ÖFB-Clubs seit 2006 dem gesamten heimischen Fußball helfen würde. "Das hätte eine Sogwirkung für die Liga und wäre ein großer Schritt für den gesamten österreichischen Fußball." Den Anspruch, dass Österreich Stammgast in der "Millionenliga" sein sollte, verwies Parits, der mit der Austria als Spieler, Trainer und Sportdirektor Meister wurde, jedoch ins Land der Träumer.

"Eine einmalige Chance"

Zum Träumer wird Parits aber in diesen Tagen selbst des öfteren. "Ich ertappe mich sehr oft dabei, dass ich auf die UEFA-Homepage in die Champions-League-Qualifikation rein klicke. Nur um zu sehen, dass wir dabei sind. Das ist einfach ein Traum. Hoffentlich haben wir das nötige Glück und schaffen es auch in die Gruppenphase."

Für Parits steht außer Frage: die Play-off-Partien gegen Dinamo Zagreb sind die mit Abstand wichtigsten der jüngeren Austria-Vereinsgeschichte und "eine einmalige Chance, die nicht so schnell wieder kommen wird". "Wir haben viele Jahre so gearbeitet, dass wir diese Möglichkeit bekommen, und jetzt haben wir sie. Jeder im Club kann die Wertigkeit dieser Spiele einschätzen."

Kein Geld rauswerfen

Sollte der Aufstieg gelingen, würde das jedoch keinesfalls bedeuten, dass die Austria wild mit dem Geld herumwerfen würde. "Wir werden nicht unnötig Geld ausgeben. Wir haben einen starken Kader, in der jede Position doppelt besetzt ist. Und ich bin überzeugt, dass noch jede Menge Potenzial und Luft nach oben da ist. Wir suchen keine Verstärkungen, aber ich will es in einem Geschäft wie dem Fußball auch nicht ausschließen."

Parits weiß aber auch, dass die Transferzeit noch nicht vorbei ist und dementsprechend auch noch der eine oder andere Leistungsträger den Verein verlassen könnte. "Es kann sich noch einiges tun." Das trifft vor allem auf Torjäger Philipp Hosiner zu. Ein Transfer des amtierenden Bundesliga-Schützenkönigs ist nach wie vor nicht endgültig vom Tisch. "Bei einem Angebot zu einer bestimmten Summe kann er gehen, beim Betrag X werden wir ihm nichts in den Weg legen. Aber wir schenken unsere Spieler sicher nicht her", berichtete Parits, der die Höhe dieser Summe nicht verraten will.

Auf jeden Fall Europa League

Sollte die Hürde Dinamo zu hoch sein, würde die Austria immerhin in der Gruppenphase der Europa League spielen. Für Parits wäre das mehr als ein schwacher Trost. "Es steht bereits jetzt fest, dass wir bis Dezember international dabei sind. Das ist für die Entwicklung der Mannschaft unbezahlbar. Die heimische Meisterschaft alleine ist da zu wenig."

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