Austria Wien Daxbacher von

Austria "zu destruktiv"

Karl Daxbacher lässt an seinem Ex-Verein kein gutes Haar und verspürt "Genugtuung"

Austria Wien Daxbacher - Austria "zu destruktiv" © Bild: GEPA/Beganovic

Fünf Monate nach seiner Demontage bei der Wiener Austria hat Ex-Trainer Karl Daxbacher in einem Interview mit dem "Kurier" seine Gefühlslage offengelegt. "Ich verspüre Genugtuung", meinte der 59-Jährige, nachdem der Verein unter seinem Nachfolger Ivica Vastic als Vierter der Bundesliga die Qualifikation für den Europacup verpasst hat. Der ehemalige ÖFB-Teamkicker sieht seine Arbeit unterbewertet und kann die "Destruktivität" im Spiel nicht nachvollziehen. Gegenüber NEWS.AT hatte Daxbacher im Interview während der Saison seine Kritik noch zurückhaltender geäußert.

"Ich werde erst geschätzt, wenn ich weg bin. Das passiert mir jetzt zum dritten Mal", erklärte Daxbacher, der vor der Austria Horn, St. Pölten und den LASK sowie die violetten Amateure coachte. Diesbezüglich sparte er aber auch nicht mit Selbstkritik. "Ich bin ein schlechter Verkäufer meiner Arbeit. Das hängt mit meinem Naturell zusammen."

Daxbacher zeigte sich über das Vorgehen bei der überraschenden Beurlaubung im Dezember menschlich enttäuscht ("Diese Art des Abgangs hat überhaupt nicht gepasst"), und hat klare Vermutungen über die Gründe: "Ich glaube, dass Sponsoren und die Rising Stars (Investorengruppe, Anm.) Druck gemacht haben und Parits (Sportvorstand Thomas, Anm.) dem nachgegeben hat."

"Warum plötzlich so destruktiv?"
An der jüngsten Entwicklung ließ er kein gutes Haar. "Parits und ich haben aus einem unsympathischen Stronach-Klub einen sympathischen mit jungen Österreichern gemacht. Wir waren spielerisch nie unterlegen. Das ist jetzt weg", betonte der Niederösterreicher. "Wie kann eine attraktiv spielende Mannschaft plötzlich so destruktiv auftreten?"

Die Analyse, dass die vielen Gegentore das Problem gewesen seien, sei "ganz falsch" gewesen und hätte die Spieler taktisch zu sehr eingeengt. "Diese Offensive ist auch meine Überzeugung. Parits wollte mich einbremsen."

Kritik an Roland Linz
Kritik musste sich auch Stürmer Roland Linz gefallen lassen, der freilich nicht nur mit Daxbacher, sondern auch Vastic aneinandergeraten war. "Er gibt einem halt sehr oft das Gefühl, dass er nicht alles gibt. Und wenn er nicht spielt, verweist er auf seine Torstatistiken und wird aufmüpfig." Nach der Rangelei mit Linz habe er sich "zu menschlich" gezeigt. "Ich hätte mich über die Meinung von Parits hinwegsetzen müssen. Er wollte immer alles planieren."

Daxbacher bekundete dennoch Interesse, wieder an der Seitenlinie zu stehen. Für ihn sei es auch "kein Problem", zu einem kleineren Verein zu wechseln.