Austria kommt durch den UEFA-Cup in die Gewinnzone: Verein spart sich 75.000 Euro

Reise ins georgische Tiflis hätte viel Geld gekostet UEFA-Cup-Gruppenphase könnte lukrativ werden

Austria kommt durch den UEFA-Cup in die Gewinnzone: Verein spart sich 75.000 Euro © Bild: APA/Artinger

Im Falle des Weiterkommens gegen den georgischen Vizemeister WIT Tiflis am (heutigen) Donnerstag im Horr-Stadion hätte der für die Auslosung gesetzte FK Austria in der ersten Hauptrunde nur noch eine Hürde zu nehmen, um zum bereits vierten Mal seit 2004 in die Gruppen-Phase einzuziehen. Das ist das von den Wienern ausgegebene sportliche Ziel auf internationaler Ebene.

Die Violetten, der einzige ÖFB-Verein, der ab 2002 stets im Europacup (44 Spiele: 13 Siege, 14 Remis, 17 Niederlagen) mitspielt, würden mit einem Erfolg über die von den Kriegswirren gebeutelten Georgier auch Schwarze Zahlen aus dem Europacup-Geschäft schreiben. Nachdem die erste Quali-Runde gegen Tobol Kostanaj durch den Charterflug (Kosten 116.000 Euro) nach Kasachstan einen Verlust von rund 70.000 Euro gebracht hat, winkt jetzt erstmals ein Plus.

"Da das Hinspiel gegen Tiflis wegen des Krieges abgesagt wurde, haben wir uns etwa 75.000 Euro erspart", rechnet Manager Markus Kraetschmer vor. Das Heimspiel gegen WIT brachte aus den Einnahmen aus TV-Rechten, Kartenverkauf und Bandenwerbung einen Umsatz von 120.000 Euro, was nach Abzug der Veranstaltungskosten (Security, Polizei, Catering, Personal etc.) einen Netto-Erlös von rund 60.000 Euro brachte.

Austria teilt Gewinn mit Georgiern
Dieser Betrag wurde mit den Georgiern 50:50 geteilt. "Sie haben ja keine Einnahmen aus dem Heimspiel und mit der Reise nach Wien samt Aufenthalt nur Ausgaben gehabt", begründete Kraetschmer diesen löblichen Schritt. Bei den Austrianern sollen die 30.000 Euro in der UEFA-Cup-Kasse aber weiter aufgestockt werden. In der ersten Hauptrunde, die am Freitag in Monte Carlo (13.30 Uhr) ausgelost wird, und dann in der Gruppenphase.

Der ÖFB-Rekord-Cupsieger wird - sofern er den Aufstieg gegen die Georgier schafft - in Monaco zu den gesetzten Teams zählen, darf aber nicht darauf hoffen, wieder auf Gegner wie Tobol Kostanaj oder WIT Tiflis zu treffen. Im Topf der Ungesetzten wartet z.B. der VfL Wolfsburg.

Gewinn hängt vom Reiseziel ab 2
"Was die erste Runde finanziell einbringt, würde von den Reisekosten ins Land des Gegner abhängen", sagte Kraetschmer, der andeutete, dass zu den 30.000 Euro ein weiterer fünfstelliger Euro-Betrag zu lukrieren sei. Mit dem großen Gewinn dürften die Favoritner dann in der Gruppenphase mit je zwei fixen Heim- und Auswärtsspielen gegen zum Teil renommierte Clubs rechnen.

Noch lukrativer wird die Gruppenphase des UEFA-Cups in der kommenden Saison, wenn die Reform in Kraft tritt. Es werden zwölf Vierer-Gruppen gebildet, wobei wie in der Champions League je drei Heim- und Auswärtspartien ausgetragen werden. Die ersten Zwei der Pools (insgesamt 24) spielen dann mit den Gruppen-Dritten aus der Elite-Liga im Sechzehntelfinale im K.o.-System weiter. Österreich steigt mit dem Cupsieger in der dritten, der Liga-Zweite und -Dritte nach derzeitigem Stand schon in der zweiten von vier Quali-Runden ein.

(apa/red)