Austria hält Salzburg auf Distanz: Remis
im Liga-Schlager verlängert den Titelkampf

Vier Punkte Abstand - Noch acht Runden zu spielen Beide Teams trauern einem verlorenen Sieg nach

Austria Magna freute sich über den späten Ausgleich im Finish, Red Bull Salzburg ärgerte sich hingegen ein bisschen, so kurz vor dem Ende den möglichen zweiten Sieg innerhalb von acht Tagen gegen den Titelrivalen verpasst zu haben. Den neutralen Fans kann das 2:2 im Wiener Franz-Horr-Stadion nur recht sein, denn es prolongierte in der Bundesliga die Spannung im Kampf um den ersten Tabellenplatz.

Acht Runden sind bis 13. Mai noch zu absolvieren, an der Spitze trennen die Veilchen und die "Bullen" weiterhin nur vier Zähler. Austria-Trainer Frenkie Schinkels hatte es schon vor dem vierten und letzten Duell der beiden Millionen-Truppen gewusst: "Der Titel wird erst in den Spielen gegen Sturm, Pasching, GAK, Admira, Ried, Tirol usw. vergeben." Mit dem Biss, dem Kampfwillen und dem Publikum als zwölftem Mann im Rücken wie gegen Salzburg mache er sich keine großen Sorgen, dass es nicht klappen könnte.

Für Kurt Jara, dessen Truppe in den zwei Spielen gegen die Violetten vier von sechs möglichen Punkten gewann, ist die Austria natürlich nach wie vor in der besseren Ausgangsposition. "Wir haben aber dafür gesorgt, dass die Liga interessant bleibt und wir werden versuchen, mit Siegen die Austria permanent unter Druck zu setzen", versprach der Tiroler Trainer.

Salzburg trauert verlorenem Sieg nach
Wie Schinkels konnte auch Jara mit dem 2:2 letztlich leben, wenn gleich er schon ein bisschen enttäuscht war, dass der Rückstand nicht durch einen möglichen Sieg auf einen Punkt schrumpfte. "Die erste Hälfte war von uns sehr schlecht, nach der Pause haben wir aber die Moral nicht verloren", meinte der Coach, der von einem "absoluten Topspiel" sprach. "So macht Fußball Freude. Es gab Tore, Zweikämpfe und trotz der Geplänkel unter der Woche Fairness."

"Die Chance, die Austria zu überholen, ist immer noch da. Vier Punkte gegen den Tabellenführer geholt zu haben, gibt uns Kraft", meinte Andreas Ivanschitz. Thomas Linke ärgerte sich: "Wir hatten die drei Zähler schon in der Tasche, wir hätten den Sieg auf Grund der zweiten Hälfte verdient gehabt, haben uns aber zu Schluss dumm angestellt." Und Ex-Austrianer Christian Mayrleb, der das 2:1 erzielt hatte, hofft, dass das Titelrennen bis zum Schluss offen bleibt. Vier Punkte seien schnell weg.

Austria verpasst die Vorentscheidung
Auch Schinkels sah trotz des tiefen Bodens ein "Spitzenspiel, in dem alles drin war". Wenn man so knapp vor Schluss den Ausgleich schafft, müsse man letztlich zufrieden sein, man sei für den Mut belohnt worden. "Wir haben es vorher aber verabsäumt, mit dem 2:0 dem Gegner den möglichen Todesstoß zu versetzen. Wir hätten den Sieg auf Grund der besseren Chancen verdient", meinte der gebürtige Niederländer, der im Finish alle Offensivkräfte in die Schlacht geworfen hatte.

Auch für Sigurd Rushfeldt, der nach einem Traumtor von Marc Janko und einem erfolgreichen Konter von Mayrleb, in letzter Sekunde mit seinem Ausgleich dem Spitzenreiter das Remis gerettet hatte, ging das Resultat in Ordnung. "Wichtig war, dass wir nicht verloren haben und vier Punkte vorne bleiben", betonte der Norweger. Der quirlige und selbstbewusste Slowake Filip Sebo formulierte es deutlicher: "Alles liegt in unserer Hand, wir werden Meister!"

(apa/red)