Austria duselt sich in dritte Quali-Runde:
Glücklicher 1:0-Sieg gegen Siroki Brijeg

Freistoß-Tor von Junuzovic löst doch noch das Ticket Baumgartlinger wegen Torraubs ausgeschlossen

Austria duselt sich in dritte Quali-Runde:
Glücklicher 1:0-Sieg gegen Siroki Brijeg © Bild: APA/EPA

Die Wiener Austria hat ihren Kopf aus der Schlinge gezogen. Österreichs Fußball-Vizemeister zog dank eines späten Freistoß-Tores von Zlatko Junuzovic (80.) gegen den bosnischen Club Siroki Brijeg in die dritte Runde der Qualifikation für die Europa League ein. Die Wiener setzten sich im Zweitrunden-Rückspiel vor 5.000 Zuschauern in der Herzegowina mit 1:0 (0:0) durch, das reichte nach dem 2:2 im Hinspiel in Wien.einem Freistoß (80.), der noch von Siroki-Spieler Ante Pinjuh verlängert wurde.

Die Austria hatte in einer wahren "Hitzeschlacht" lange zittern müssen, der Siegtreffer war ein glücklicher. Ein von Junuzovic zum Tor gedrehter Freistoß wurde von Siroki-Brijeg-Spieler Ante Pinjuh mit dem Kopf unhaltbar für Keeper Dejan Bandovic ins eigene Tor verlängert. Kurz zuvor war der eingewechselte Austria-Mittelfeldmann Julian Baumgartlinger für eine Notbremse nach einem Fehlpass in der Vorwärtsbewegung ausgeschlossen worden (74.). Zudem hatten die Wiener bei zwei Stangenschüssen von Siroki Brijeg Glück.

Austria-Trainer Karl Daxbacher hatte in Abwesenheit des weiterhin verletzten Spielmachers Milenko Acimovic mit Peter Hlinka wie erwartet auf nur einen defensiven Mittelfeldspieler gesetzt, dafür mit Tomas Jun und Roland Linz auf zwei Spitzen. Die Wiener wirkten aber vorerst viel zu statisch, kamen vor der Pause durch ihr Flügelspiel zu keiner einzigen echten Torchance. Erst nach Seitenwechsel erhöhten die Favoritner den Druck.

Bosnier gefährlichere Mannschaft
Siroki Brijeg wirkte bei deutlich mehr als 30 Grad im Schatten aktiver als im Hinspiel, war vor der Pause im Konter sogar die klar gefährlichere Mannschaft. Nachdem Mario Ljubic in der 24. Minute erstmals Austria-Keeper Heinz Lindner geprüft hatte (24.), setzte der für ihn eingewechselte Hrvoje Misic einen Schuss aus aussichtsreicher Position knapp am rechten Eck vorbei (36.).

Glück hatten die Wiener, die erstmals in ihren neuen weißen Auswärtsdressen angetreten waren, als kurz vor der Halbzeit ein Aufsitzer von Jure Ivankovic an die Stange klatschte. Lindner wäre machtlos gewesen (45.). Nach Seitenwechsel erhöhte die Austria den Aufwand, zwei gut angetragene Freistöße von Michael Liendl zwangen Bandovic zum Eingreifen (53., 60.). Auch einen Kopfball von Marko Stankovic parierte der Siroki-Brijeg-Keeper sicher (67.).

Wiener retten sich über die Zeit
Daxbacher warf in der letzten halben Stunde noch einmal alles nach vorne, brachte mit dem leicht angeschlagenen Schumacher einen dritten Stürmer. Die Wiener fanden vorerst aber weiterhin kein probates Mittel, eine Standardsituation musste den immer tiefer stehenden bosnischen Abwehrwall brechen. In der Schlussphase hatten die Wiener noch einmal Fortuna auf ihrer Seite, als auch ein Schuss des eingewechselten Pinjuh an die Stange ging (89.).

Die Violetten retteten sich aber über die Zeit - und damit auch ihre Europacup-Saison. Die Wiener beendeten zudem eine Negativserie in internationalen Spielen. Zuletzt hatte die Austria am 11. August 2005 im Europacup auswärts gewonnen - 2:1 beim MSK Zilina in der Slowakei. Dazwischen waren die Wiener 16 Spiele sieglos gewesen. In der dritten EL-Quali-Runde heißt der Gegner nun entweder Ruch Chorzow aus Polen oder Valletta FC aus Malta (Hinspiel 1:1). (apa/red)