Austria - Mattersburg von

Entspannte Veilchen

Austria kann nach Arbeitssieg gegen Mattersburg relaxt in "Bullen-Schlager" gehen

FUSSBALL - BL, A.Wien vs Mattersburg © Bild: GEPA

Jubel bei Tabellenführer und Herbstmeister Wiener Austria, lange Gesichter und viel Selbstkritik bei Verfolger Salzburg vor dem direkten Schlagerduell der beiden Teams in der kommenden Runde. Der 1:3-Ausrutscher der "Bullen" in Ried und der 3:1-Heimerfolg der Veilchen über Mattersburg ließen den Vorsprung der Wiener am Samstag auf fünf Punkte anwachsen und stimulierten die Vorfreude der Violetten auf das Gipfeltreffen zusätzlich. "Das wird ein Knüller", meinte Austria-Coach Peter Stöger.

Die Aussicht darauf, mit einem Sieg in Salzburg den Abstand auf acht Punkte auszubauen, könnte zusätzliche Kräfte freiwerden lassen und vor allem den Druck zugunsten einer spielerisch starken Leistung nehmen. Denn gegen Mattersburg blieb das Team der Stunde wie schon eine Woche zuvor beim 3:0 gegen Wiener Neustadt so manches schuldig.

"Für unsere Qualität hat ein bisschen zu wenig herausgeschaut", bekannte Alexander Gorgon, der im Nachschuss Philipp Hosiners Elfer-Lapsus gutmachte und die Wiener relativ spät aber doch auf die Siegerstraße brachte (71.). "Sie haben sehr aggressiv gespielt, die Abwehrreihen sind sehr dicht gestanden", erklärte der 24-Jährige, "da haben wir es nicht ganz richtig gespielt." Der Sieg spreche aber für eine gewisse Reife. "Dass wir trotzdem drei Tore machen, zeigt unsere Qualität. Wir können auch solche Spiele gewinnen."

Lederer fühlt sich (wieder) übervorteilt

Dass er vor dem Nachschuss etwas zu früh in den Strafraum gestartet war, stellte Gorgon nicht in Abrede. Für Mattersburg-Trainer Franz Lederer, der nun schon seit elf Runden ohne Sieg ist, ein klares Indiz für die wiederholte Übervorteilung seiner Elf. Auch die Gelbe Karte für Höller oder Rot für Rath, der einen für Lederer "fragwürdigen" Elfer verursachte, ließen den Langzeitcoach "heißlaufen". "Ich suche keine Ausreden für die Niederlagen, aber wie soll Mattersburg im Horr-Stadion Punkte machen, wenn solche Sachen gegen dich verwendet werden? Da müssen sich die Herren schon hinterfragen", polterte Lederer auf "Sky" gegen den Unparteiischen Markus Hameter. "Das war wirklich keine schlechte Arbeit - und dann kommt der Schiedsrichter."

Stöger, der Offensivmotor Tomas Jun (Zehe) vorgeben musste, machte naturgemäß andere Probleme aus. "Wir haben aus dem Ballbesitz zu wenig Effektives gemacht", meinte der 46-Jährige. "In der zweiten Hälfte hat mir das besser gefallen. Aber es ist ja nicht so, dass wir nichts mehr zu lernen hätten. Es gibt noch viel zu tun."

Kleine Kopfzerbrechen für Stöger bleiben

Doppeltorschütze Hosiner, der nach seinem sechsten Doppelpack in der Bundesliga bei 17 Saisontreffern hält und damit die beiden Torschützenkönige der Vorsaison, Stefan Maierhofer und Jakob Jantscher schon jetzt um drei Treffer überholt hat, atmete auf. "Wir haben die machbaren Aufgaben erfüllt. Jetzt müssen wir alles daran setzen, dass wir in Salzburg bestehen."

Dort muss Stöger mit Innenverteidiger Kaja Rogulj (holte sich seine fünfte Gelbe) und dem defensiven Mittelfeldmann James Holland (Gelb-Rot) zwei Stammakteure vorgeben. "Wenn Karten so zustandekommen, ärgere ich mich immer", betonte Stöger, der nun auf Lukas Rotpuller und Emir Dilaver setzen will. Dass man mit fünf anstelle der erwarteten zwei Punkte Vorsprung zum Meister fährt, wollte Stöger nicht überwerten: "Der Vorsprung ist angenehm, aber in der Arbeit ändert sich nichts."

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