Austria - Charkiw von

Violetter Europa-League-Fluch

Von den letzten 15 Partien konnte keine gewonnen werden. Fast sieben Jahre kein Sieg.

Austria - Charkiw - Violetter Europa-League-Fluch © Bild: GEPA/Ort

Die Südamerika-Auswahl von Metalist Charkiw war zum Auftakt der Fußball-Europa-League zu stark für die Austria. "Charkiw war die klar bessere Mannschaft, wir sind permanent unter Druck gestanden", gestand Trainer Karl Daxbacher, dessen Team nach schneller 1:0-Führung noch 1:2 verlor. Um im Aufstiegsrennen der Gruppe G weiter mitzumischen, ist am 29. September auswärts gegen den schwedischen Meister Malmö FF verlieren bereits verboten.

Die Luft in den Gruppenspielen des zweitwichtigsten Europacup-Bewerbs scheint für die Violetten auch diesmal recht früh dünn zu werden. Seit dem 2:1 am 16. Dezember 2004 auswärts gegen Utrecht, also mittlerweile fast sieben Jahren, hat die Austria in dieser Phase keine Partie mehr gewonnen.

Seitdem gab es mittlerweile 15 vergebliche Anläufe gegen Zulte Waregem (1:4), Ajax Amsterdam (0:3), Sparta Prag (0:1), Espanyol Barcelona (0:1), Bordeaux (1:2), Helsingborg (0:3), Panionios Athen (0:1), Galatasaray Istanbul (0:0), Athletic Bilbao (0:3, 0:3), Nacional Funchal (1:1, 1:5), Werder Bremen (2:2, 0:2) und nun Charkiw.

Die europäische Mittelklasse
"Man sieht, dass es schwierig genug ist, überhaupt zur europäischen Mittelschicht zu gehören", redete Daxbacher nicht lange um den heißen Brei herum. "Wir haben gegen die spielerisch beste Mannschaft der Gruppe gespielt", sagte der defensive Mittelfeldspieler Alexander Grünwald nach dem Duell mit den "Ukrainern", in deren Startelf fünf Argentinier, drei Brasilianer und ein Senegalese standen.

"Man muss zugeben, dass Charkiw eine starke Mannschaft ist. Sie haben sehr gut kombiniert", erklärte Tomas Jun, dank dessen 1:0 bereits nach sieben Minuten trotz des Klasseunterschieds deutlich mehr drinnen war. "Nach dem 1:0 waren wir zu passiv", sagte Daxbacher. "Wir hatten zwei völlig verschiedene Spielhälften", analysierte Verteidiger Florian Klein. "Vor der Pause sind wir kompakt gestanden und haben gefährlich gekontert. Danach war das taktische Konzept weg, wir sind zu weit auseinander gestanden", meinte Klein.

Unnötige Gegentore
Geärgert haben sich die Austrianer vor allem darüber, dass die Gegentore aus Standardsituationen, also nach einem Corner und aus einem Elfmeter, gefallen sind. "Beide Tore waren sehr unnötig, wir hätten uns ein Unentschieden verdient gehabt", meinte Nacer Barazite enttäuscht.

Die Austria-Spieler haben die Hoffnung auf die K.o.-Phase aber noch lange nicht aufgegeben. "Es gibt noch 15 Zähler zu holen, in Malmö müssen wir aber punkten", weiß Zlatko Junuzovic. "Es ist noch nichts verloren", meinte Alexander Grünwald. "Der zweite Platz ist auf jeden Fall noch drinnen", stellte Barazite fest.