Austria zittert nach Blamage um Aufstieg:
Peinliche 0:1-Schlappe vs. Tobol Kostanaj

Frust und Ratlosigkeit nach Niederlage in Kasachstan Daxbacher: "Es hat auch mit fehlender Klasse zu tun"

Austria zittert nach Blamage um Aufstieg:
Peinliche 0:1-Schlappe vs. Tobol Kostanaj © Bild: Reuters/Zolles

Den Ausflug in das ferne Kasachstan hat sich die Wiener Austria sicherlich anders vorgestellt. Frust und Ratlosigkeit regierten nach der peinlichen 0:1-Niederlage im Hinspiel der Fußball-UEFA-Cup-Quali gegen Tobol Kostanaj, einem Club, der den violetten Fans spätestens nach der Partie schmerzlich in Erinnerung bleiben wird. Mit der Niederlage im Gepäck und den derzeit gezeigten Leistungen vor Augen muss die Austria um den Aufstieg in die zweite Quali-Runde gehörig zittern.

Zwar erstmals in den orangen Auswärtstrikots, aber keinesfalls wie die "Oranjes", bot die Austria eine ganz schwache Vorstellung. Dabei startete Kostanaj, immerhin Spitzenreiter der kasachischen "Premier League" und Cupsieger, mit gehörigem Respekt vor den Gästen aus Österreich. Die erste Viertelstunde zeigte sich die Austria klar überlegen, die Hausherren zogen sich im einem Regionalliga-Platz ähnelnden "Zentralstadion" weit zurück.

Manager Kraetschmer spricht von "Riesenblamage"
"Die ersten 20 Minuten waren in Ordnung, nach einer halben Stunde sind wir geschwommen", meinte Trainer Karl Daxbacher. Im Spiel seiner Mannschaft seien "sehr viele Fehler passiert, das hat auch mit fehlender Klasse zu tun". Trotzdem würde man im Lager der Violetten noch an den Aufstieg glauben. Auch Austria-Vorstand Markus Kraetschmer, der unmittelbar nach der Partie von einer "Riesenblamage" sprach, hob als einzige positive Begleiterscheinung den Umstand hervor, dass sich der Rückstand vor dem Retourspiel im Horr-Stadion in zwei Wochen noch in Grenzen hielt.

Austrianer mit 0:1 noch gut bedient
Neben dem Treffer des bei seinem Torerfolg sträflich vernachlässigten Tobol-Torjägers Alexander Golban (58.) erzielten die Kasachen auch noch zwei Abseitstore und trafen außerdem auch noch die Stange. Verteidiger Franz Schiemer sprach deshalb zu Recht von einem "verdienten 0:1". "Wir waren so schlecht wie in den ersten beiden Spielen. Wir sind nicht in Form, kommen nicht ins Spiel hinein", erklärte der ÖFB-Teamspieler, während Verteidigungskollege Joachim Standfest im ersten Augenblick "nicht darüber reden" wollte. "Sonst kommt noch was Falsches raus."

Positiv blieb nach einer aus österreichischer Sicht wenig glorreichen Ausflug nach Zentralasien einzig zu vermerken, dass mit Aleksandar Dragovic ein Talent eine ansprechende Leistung bei seinem ersten Spiel von Beginn weg gab. "Wir haben schon gewusst, dass das ein guter Gegner ist, aber dass es so ausgeht, haben wir nicht gedacht", gab der 17-Jährige, der im defensiven Mittelfeld rackerte, zu. Auch er meinte unverblümt: "Eigenfehler haben uns aus dem Spiel gebracht".

Okotie und Bazina ohne echte Torchance
Die zentrale Schaltstelle mit Dragovic und Philipp Netzer (22) wirkte zumindest bemüht, eine gewisse Nervösität war den beiden Youngsters aber nicht abzustreiten. Umso schwerer wiegt es dann, wenn ein Routinier wie Milenko Acimovic nach einer halben Stunde "untertaucht", über die Flanken darüber hinaus kein Druck aufgebaut werden kann. Auch der isoliert wirkende Sturm mit Mario Bazina und Rubin Okotie zeigte sich gegen die kasachische Verteidigung kaum durchschlagskräftig und bot bis auf einige Dribblings und Schüsse aus der Distanz nichts Zählbares.

Nach den Remis gegen Austria Kärnten und Kapfenberg wartet die mit hohen Erwartungen in die Saison gestartete Austria damit weiter auf das erste Erfolgserlebnis der Saison. "Nach den letzten Vorbereitungsspielen waren wir vielleicht zu sicher, dass es laufen wird. Jetzt wissen wir, so wir stehen", meinte Schiemer. "Wir müssen schauen, dass wir aus dem Trott herauskommen."

(apa/red)