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Australien: Ziegenkiller-Projekt schiefgelaufen

Eingeführte Dingos könnten selbst zur Plage werden

Australien stoppt sein umstrittenes Projekt zur Bekämpfung gefräßiger Ziegen durch Dingos auf Pelorus Island. Im Juli hatte die Gemeinde von Hinchinbrook Shire (Bundesstaat Queensland) damit begonnen, einzelne Wildhunde zu fangen, zu kastrieren und sie auf dem kleinen Eiland im Great Barrier Reef auszusetzen, um dort Ziegen zu jagen.

Die vermehrungsfreudigen Huftiere fressen und zertrampeln die Regenwaldpflanzen an der Inselküste. Da Jäger Schwierigkeiten hatten, die Ziegen im unwegsamen Gelände zu erschießen, sollten die Dingos sie töten.

Tierschützer hatten das Projekt als "ausgesprochene Quälerei" kritisiert: Den Dingos wurden vor ihrem Einsatz Giftkapseln implantiert, die die Hunde innerhalb von zwei Jahren töten sollen. Queenslands Umweltminister Steven Miles veranlasste nun die lokalen Behörden, alle Dingos innerhalb von zwei Wochen von Pelorus zu holen. Jedoch nicht wegen der kritisierten Grausamkeit: Die Dingos könnten selbst zur Plage werden und seltene Vogelarten wie den Rifftriel auf der Insel bedrohen, begründete Miles seine Anweisung.

Auch die Ziegen waren ursprünglich nicht als Plage nach Pelorus gekommen: Sie sollten Ende des 19. Jahrhunderts den dortigen Leuchtturmwärtern als Nahrungsquelle dienen.

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