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Chemiefabrik brennt ab

Flammen könnten Giftwolke über Hauptstadt Canberra freisetzen

Australien - Chemiefabrik brennt ab © Bild: APA/EPA/Gwangyang Citizen

In der australischen Hauptstadt Canberra geht die Angst vor einer Giftwolke um: Eine Chemiefabrik ist in Brand geraten. Die Flammen schlugen im Vorort Mitchell hunderte Meter hoch in den Himmel, während aus der Fabrik Explosionen zu hören waren, wie örtliche Medien berichteten. Der aufsteigende Rauch könnte nun die hochgiftige Substanz Phosgen über die Stadt verteilen.

Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörden wurden in der näheren Umgebung der Anlage rund hundert Menschen in Sicherheit gebracht. In einem Umkreis von zehn Kilometern um die Fabrik seien die Bewohnern zudem gebeten worden, ihre Häuser nicht zu verlassen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Die Behörden teilten mit, in der Anlage entstehe als Nebenprodukt chemischer Reaktionen auch ein beißender schwarzer Rauch. Dieser enthalte Phosgen: Der Schadstoff könne Haut- und Augenreizungen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Brustschmerzen verursachen. Phosgen wurde auch im Ersten Weltkrieg bei Giftgas-Angriffen eingesetzt.

Erste Schadstoffmessungen in der Luft erbrachten demnach aber keine beunruhigenden Werte. In der Früh sorgte das Feuer, das kilometerweit zu sehen war, in Canberra für ein Verkehrschaos. Vorsorglich wurden Straßen gesperrt, Buslinien vorübergehend eingestellt und Schulen geschlossen. Die Brandursache war zunächst unklar.