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Australian Open: Serena Williams
überraschend ausgeschieden

Amerikanerin unterliegt Ivanovic - Djokovic imitiert nach Viertelfinaleinzug Becker

Serena Williams © Bild: APA/EPA/Franck Robichon

Ana Ivanovic hat am Sonntag bei den Australian Open in Melbourne für eine Riesenüberraschung gesorgt. Die 26-jährige Serbin besiegte im Achtelfinale die Tennis-Weltranglistenerste Serena Williams aus den USA 4:6,6:3,6:3. Die Amerikanerin hatte aber nicht nur mit einer starken Gegnerin, sondern auch mit Rückenproblemen zu kämpfen gehabt.

Damit ist in "down under" auf einmal alles anders. Bis Sonntag ging es im ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres eigentlich nur um die Frage, wer für Williams im Endspiel als Sparringspartnerin fungieren darf. Zu groß war die Dominanz der Topfavoritin, die bereits seit Jahren in anderen Tennis-Sphären schwebt. 25 Spiele in Serie hatte sie gewonnen, als sie den Centre Court in der Rod Laver Arena betrat. Das Stadion war voll, das Wetter gut - nichts deutete darauf hin, dass hier nun Außergewöhnliches passieren würde.

Doch 1:56 Stunden später jubelte Ivanovic über den ersten Sieg ihrer Karriere gegen Serena Williams. "Ich habe so viele Bälle verschlagen wie zuletzt in den Achtzigern", erklärte die 32-jährige Verliererin nach dem Match. Ihr französischer Trainer und Lebenspartner Patrick Mouratoglou begründete den gehemmten Auftritt auch mit Rückenschmerzen. Vor ihrem Drittrundenspiel gegen die Slowakin Daniela Hantuchova habe die 17-fache Grand-Slam-Turniersiegerin deshalb sogar ans Aufgeben gedacht.

© APA/EPA/Joe Castro Serena Williams

Williams wollte die Verletzung aber nicht als Ausrede gelten lassen. "Riesenkompliment an Ana. Sie hat unglaublich gut gespielt. Sie kann in diesem Turnier weit kommen", meinte Williams im Stile eines Champions über die Serbin, die nach einigen schweren Jahren wieder zu der Form zurückfindet, die sie 2008 die French Open gewinnen und zur Nummer eins der Welt werden ließ.

Vor den Australian Open hatte Ivanovic bereits das Turnier in Auckland gewonnen. Auch Williams hatte, bevor sie nach Melbourne kam, in Brisbane triumphiert und im Endspiel die Weltranglistenzweite Viktoria Asarenka aus Weißrussland besiegt. Dass sie nun ausgerechnet gegen Ivanovic bereits im Melbourne-Achtelfinale ausscheiden würde, hatte niemand für möglich gehalten. Doch die Serbin spielte ein fast perfektes Match.

Ivanovic setzte ihre eigentlich übermächtige Gegnerin permanent unter Druck, knallte Williams immer wieder ihre harte Vorhand um die Ohren. Es sei sicherlich einer der größten Erfolge ihrer Karriere gewesen, gestand der Publikumsliebling.

© APA/EPA/Joe Castro Ana Ivanovic

Viele Jahre war Ivanovic nur auf ihr Äußeres reduziert worden, doch seit der vergangenen Saison sorgt sie auch sportlich wieder für Schlagzeilen. "All die Rückschläge sind in diesen Momenten vergessen. Dafür arbeitet man so hart", betonte Ivanovic. Besonders bemerkenswert war, dass sie auch am Ende nicht nachließ und die Nerven behielt, als die große Sensation immer näher rückte. "Sie hat es richtig gut gemacht", lobte Williams.

Die Weltranglistenerste will nach ein paar Tagen Pause wieder trainieren. "Ich werde stärker zurückkommen", sagte die nach wie vor beste Spielerin der Welt. In Melbourne verhallte die Drohung erst einmal. Die Zuschauer feierten Ivanovic und freuten sich auf eine spannende zweite Turnierwoche. Denn seit Sonntag ist im Damen-Bewerb wieder alles offen.

Djokovic imitiert Becker-Aufschlag

Nach seinem 6:3,6:0,6:2-Blitzsieg im Achtelfinale gegen den Italiener Fabio Fognini legte Novak Djokovic noch eine kleine Extraeinheit ein. Zur Freude der 15.000 Zuschauer in der Rod Laver Arena imitierte der Weltranglistenzweite aus Serbien nach dem nur rund eineinhalb Stunden dauernden Match den Aufschlag seines neuen Trainers Boris Becker.

Novak Djokovic
© APA/EPA/Mast Irham Novak Djokovic

"Das war ein Aufschlag aus deinen besten Zeiten", meinte Djokovic nach der Parodie. "Heute bewegst du dich so", sagte der Titelverteidiger lachend und lief humpelnd und mit der Hand in den Rücken gestützt über den Platz.

Allerdings hatte Djokovic auch nette Worte für die deutsche Tennis-Ikone parat. "Boris arbeitet wirklich hart. In Miami will er mit mir ein paar Bälle auf dem Platz schlagen. Ich freue mich, ein paar Return-Winner gegen dich zu machen", sagte der 26-Jährige in Richtung seines Betreuers.

Boris Becker
© APA/EPA/Franck Robichon Boris Becker

Becker verfolgte die kleine Showeinlage lachend auf der Tribüne. "Nicht schlecht, nicht schlecht", sagte der 46-Jährige zu der Art, wie der Serbe seinen Aufschlag nachahmte. "Solange er gewinnt, darf er solche Späße machen." Djokovic kündigte noch eine Verbesserung an. "Ich muss ein paar Kilo zunehmen und mir die Haare färben", scherzte der "Djoker".

Peya/Soares im Achtelfinale ausgeschieden

Nichts zu lachen gab es dagegen für den 33-jährigen Wiener Alexander Peya, der mit seinem brasilianischen Doppelpartner Bruno Soares bereits im Achtelfinale die Segel streichen musste. Die als Nummer zwei gesetzte Paarung verlor gegen die Franzosen Michael Llorda/Nicolas Mahut 6:7(4),4:6.

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