Ausstellung in der Wachau: "Venus von Willendorf" kehrt kurz an Fundort zurück

Bewachter Transport von St. Pölten nach Willendorf Danach Rückkehr ins Naturhistorische Museum Wien

Der Weg nach Hause ist oft ein langer. Im Fall der berühmten "Venus von Willendorf" dauerte er exakt 100 Jahre und einen Tag: Die elf Zentimeter große, rund 25.000 Jahre alte Kalkstein-Statuette, eine der bekanntesten altsteinzeitlichen Fundstücke Österreichs, kehrt am 8. August für ein paar Stunden an jenen Ort zurück, wo sie am 7. August 1908 entdeckt wurde.

Ausstellung in der Wachau: "Venus von Willendorf" kehrt kurz an Fundort zurück

Die Venus wird unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen - auch ein Hubschrauber ist im Einsatz - vom NÖ Landesmuseum in St. Pölten, wo sie im Rahmen der Sonderausstellung "Mammut, Mensch & Co - Steinzeit in der Eiszeit" präsentiert wurde, in die Wachau gebracht. Bei der Fundstelle wird ein Festplatz errichtet, wo nach Angaben des Landesmuseums ein "Public Viewing" der besonderen Art abläuft: Eine Live-Kamera überträgt die für 11.00 Uhr geplante Ankunft der Frauen-Figur.

Führungen an der Fundstelle
Besucher haben aber auch Gelegenheit, die Statuette ganz aus der Nähe zu betrachten. So werden ab 11.30 Uhr Führungen an der Fundstelle angeboten. Um 15.30 Uhr wird die Venus dann - nicht minder rigoros bewacht - die Heimreise ins Naturhistorische Museum (NHM) nach Wien antreten.

Das "Venusfest" am Gelände wird von Musikgruppen aus der Region gestaltet, am Programm stehen u.a. Interviews mit Wissenschaftern, an kulinarischen Genüssen warten u.a. Spanferkel und "Steinzeit-Burger". Für die jungen Gäste wird ein Steinzeit-Erlebnisplatz aufgebaut, wo sich die Kids unter Anleitung von Experten bei Spiel und Handwerk in die Zeit vor 25.000 Jahren zurückversetzen lassen können.

Feier auch im Naturhistorischen Museum
Parallel zum Fest in Willendorf feiert auch das NHM Wien ein "Venusfest": Am 8. August präsentiert das Museum von 14.00 bis 18.00 Uhr etwa aus Schokolade gegossene Venus-Figuren,
"Venusmarmelade" und "Venuswein" sowie aus Kunstharz angefertigte Nachbildungen der altsteinzeitlichen Frauenfigur. Es wird zudem ein "Ersttagspostamt" im Museum eingerichtet, um eine speziell angefertigte "3D-Venus-Briefmarke" vorzustellen. Kinder zwischen drei und fünf Jahren können um 16.00 Uhr an der Führung "Mammut und Mammutjäger" im NHM teilnehmen.

Die Ankunft der "Venus von Willendorf" ist der Höhepunkt und Abschluss des Venusfestes in Wien: In Empfang genommen wird die Statuette laut NHM Wien von Bürgermeister Michael Häupl, NHM-Direktor Bernd Lötsch sowie Carl Aigner, Direktor des NÖ Landesmuseums. Im Rahmen dessen wird auch die Sonderausstellung "Venus von Willendorf - Rätsel der Steinzeitkunst" im NHM eröffnet (Ausstellung bis Jänner 2009).

(apa/red)