Aussichtsreichste Premiers-Kandidaten: Buckovski und Gruevski kämpfen um Platz 1

Oppositionsführer erfreut sich größerer Beliebtheit

Zwei Politiker der jüngeren Generation gelten als aussichtsreichste Kandidaten für den Posten des künftigen mazedonischen Regierungschefs: Der amtierende Premier und Vorsitzende des regierenden Sozialdemokratischen Bundes, Vlado Buckovski, und der Vorsitzende der größten Oppositionspartei, der VMRO-DPMNE, Nikola Gruevski. Beide Parteiführer haben eines gemeinsam: Sie wollen ihr Land in die EU und in die NATO führen.

* VLADO BUCKOVSKI: Der 1962 in Skopje geborene Buckovski wollte sich eigentlich der akademischen Laufbahn als Professor an der juridischen Fakultät in der mazedonischen Hauptstadt widmen. Nach der zweijährigen Mitgliedschaft in der Republiks-Wahlkommission erprobte sich Buckovski vor sechs Jahren eine Zeit lang auch als Bürgermeister der Hauptstadt. Nach der Parlamentswahl im Jahr 2002 wurde er in der Regierung von Branko Crvenkovski, dem damaligen Chef des Sozialdemokratischen Bundes, mit den Aufgaben des Verteidigungsministers beauftragt.

Im Dezember 2004 fiel es dem Verteidigungsminister zu, die Regierungsführung zu übernehmen, nachdem Amtsinhaber Hari Kostov, der wenige Monate zuvor die Regierungsführung übernommen hatte, wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem albanischen Bündnispartner, der Demokratischen Integrationsunion DUI, zurückgetreten war.

Den Höhepunkt seiner Popularität erlebte Buckovski im Dezember des Vorjahres, als sein Land den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhielt. Inzwischen wird er aber nur von acht Prozent der Bürger Mazedoniens unterstützt. Hauptursachen dafür: Die seit Jahren anhaltende hohe Arbeitslosigkeit und die schwierige Wirtschaftslage sowie die zunehmende Ausrichtung des SDSM auf einen neoliberalistischen Kurs.

* NIKOLA GRUEVSKI: Der 1970 in Skopje geborene Gruevski kann sich laut Meinungsumfragen doppelt so hoher Popularitätswerte wie Boskovski erfreuen. Der Chef der national-konservativen VMRO-DPMNE (Innere Mazedonische Revolutionsorganisation - Demokratische Partei für Nationale Einheit Mazedoniens) kann auf Regierungserfahrungen im besonders wichtigen Finanzbereich verweisen.

Fünf Jahre lang - zwischen Dezember 1999 und September 2004 - bekleidete Gruevski das Amt des Finanzministers. Zuvor war er Vertreter Mazedoniens in der Weltbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD).
(apa)