Außenministerium bestätigt Untersuchung
der Fotos: Doch Echtheit nicht bestätigt

Zudem Erklärung: Keine Cobra-Beamten im Einsatz Verlängertes Ultimatum endet nun am Ostersonntag

Außenministerium bestätigt Untersuchung
der Fotos: Doch Echtheit nicht bestätigt © Bild: APA/Neumayr

Die von den Entführern der österreichischen Sahara-Geiseln veröffentlichten sechs Fotos sind von Experten analysiert worden, bestätigte Außenministeriumssprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse würden "den weiteren Bemühungen (um die Freilassung der Geiseln, Anm.) zugrunde gelegt", sagte er weiter. Launsky-Tieffenthal wollte allerdings keine Angaben über die Authentizität der Bilder machen.

Zuvor hatte die Tageszeitung "Kurier" einen Foto-Experten aus Mali zitiert, laut dem die Bilder des Salzburger Touristenpaares Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber in den Händen der aus Algerien stammenden Terrorgruppe "Al-Kaida im islamischen Maghreb" (AQMI), manipuliert worden sein könnten. Eine Fotomontage könnte gemacht worden sein, um den Aufenthaltsort der Geiselnehmer zu verschleiern, spekuliert der "Kurier".

Die Fotos, die um die Welt gingen, hatte das Washingtoner SITE-Institut gemeinsam mit der Forderung der mutmaßlichen Entführer am 13. März im Internet veröffentlicht. SITE ist auf die Überwachung von islamistischen Internetseiten spezialisiert.

Cobra sucht nicht nach Geiseln
Nach Auskunft des Innenministeriums sind keine Beamten der Cobra wegen der österreichischen Sahara-Geiseln nach Nordafrika gereist. "Es sind keine Cobra-Beamten in der Region", sagte Innenministeriumssprecher Rudolf Gollia. Dies sei ein "in algerischen Zeitungen immer wieder auftauchendes Gerücht". Es befänden sich lediglich Vertreter des Außenamtes sowie ein Beamter des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) in der Region.

In Hinblick auf das Schicksal der beiden in Tunesien entführten Halleiner Geiseln Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber konnte Gollia "mit nichts Neuem" aufwarten. Das bestätigte auch der in der malischen Hauptstadt Bamako ansässige österreichische Honorarkonsul Peter Klein. Er sagte: "Ich kann Ihnen sagen, es gibt nichts Neues."

Das Salzburger Touristenpaar war am 22. Februar von einer aus Algerien stammenden Gruppe namens "Al-Kaida im Islamischen Maghreb" (AQMI) entführt und nach Mali verschleppt worden.

Bemühungen um Freilassung
Der österreichische Sonderbeauftragte und pensionierte Botschafter Anton Prohaska bemüht sich dort um die Freilassung der Geiseln. Das bereits einmal verlängerte Ultimatum der Geiselnehmer, die eine Freilassung von Gesinnungsgenossen in algerischer und tunesischer Haft fordern, endet am Ostersonntag um Mitternacht. (APA/red)