Außenministerium gibt endlich Entwarnung:
Österreicher im Kongo sind nun in Sicherheit

Gruppe ist tödlichen Schüssen nur knapp entgangen Honorarkonsul hält Kontakt und plant die Heimreise

Außenministerium gibt endlich Entwarnung:
Österreicher im Kongo sind nun in Sicherheit

Wegen der heftigen Kämpfe zwischen der Miliz des unterlegenen kongolesischen Präsidentschaftskandidaten Jean-Pierre Bemba und der regulären Armee sitzt derzeit eine Delegation aus Oberösterreich in Kinshasa vorerst fest. Laut Außenministerium seien die Landsleute aber inzwischen in Sicherheit gebracht worden. Ob die für Samstag geplante Heimkehr möglich ist, ist vorerst ungewiss.

Die aus sechs Oberösterreichern, einem Niederösterreicher und einer Vorarlbergerin bestehende Gruppe war in die Demokratische Republik Kongo gereist, um an der Eröffnung des "Cafe Mozart" im Stadtzentrum von Kinshasa teilzunehmen. Es handelt sich dabei um ein Hilfsprojekt von Caritas und Land Oberösterreich. Dort sollen Jugendliche zu Konditoren ausgebildet werden.

Als die Auseinandersetzungen heftiger wurden, zog sich die Delegation in eine Missionsstation am Stadtrand von Kinshasa zurück und verbrachte dort die Nacht.

In der Dunkelheit seien ständig Schüsse und Detonationen zu hören gewesen obwohl ein Waffenstillstand vereinbart sei, schilderte Berichterstatter Roland Huber, der für den ORF die Gruppe begleitet. Auch die Kämpfe seien näher gerückt.

Außerdem hätten die Mitglieder der Delegation nur das, was sie am Leibe trugen und die Pässe bei sich. Das Gepäck, in dem sich auch die Flugtickets befinden, seien in der Unterkunft im Zentrum von Kinshasa. Notfalls müsse man alles zurücklassen. Im Cafe Mozart befinde sich noch eine 25-jährige Salzburgerin aus St. Johann im Pongau mit einigen Kindern und Mitarbeitern, die es nicht geschafft haben, aus der Stadt zu flüchten. Sie seien aber wohlauf.

Honorarkonsul hält Kontakt und bemüht sich um Heimreise
Das Außenministerium teilte unterdessen mit, dass es den Mitgliedern der Delegation gut gehe und sie in Sicherheit seien. Der österreichische Honorarkonsul in Kinshasa sei mit ihnen in Kontakt und bemühe sich um ihre Heimreise, berichtete Astrid Harz vom Außenministerium in Wien. Die Heimreise hänge allerdings davon ab, ob die Fluggesellschaften die gebuchten Flüge auch durchführen.

Die Außenamtssprecherin verwies darauf, dass für die Demokratische Republik Kongo seit drei Jahren eine Reisewarnung bestehe. Die rund 40 Auslandsösterreicher, die sich dort ständig aufhalten, wüssten davon und würden deswegen die jeweilige Entwicklung mit einer gewissen "Abgeklärtheit" verfolgen. Der österreichische Honorarkonsul, ein gebürtiger Deutscher, sei sehr engagiert, kümmere sich sehr um die Auslandsösterreicher und leiste dabei sehr gute Arbeit.
(apa/red)