Auslieferung des Neo-Nazis Honsik nun fix:
Wird von Spanien nach Österreich überführt

Iberische Polizei schlug in Hafenstadt Malaga zu Wegen seines Buches "Freispruch für Hitler" verurteilt

Der Auslieferung des verurteilten Neonazis Gerd Honsik von Spanien nach Österreich steht nichts im Weg. Diesmal dürfte die Überführung des Holocaustleugners nach Wien problemlos über die Bühne gehen. Die spanische Gesetzgebung, die eine Auslieferung Hosniks bisher erschwerte, habe sich geändert, sagte eine Sprecherin des spanischen Justizministeriums gegenüber der APA.

Honsik, der 1992 wegen der Herausgabe des Buches "Freispruch für Hitler" in Wien zu einer eineinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, hatte sich nach seiner Verurteilung nach Spanien abgesetzt. Bisher lehnte die spanische Justiz zwei Mal eine Auslieferung ab. Diesmal dürfte diese jedoch problemlos über die Bühne gehen. Das letzte Wort wird aber Baltazar Garzón vom spanischen Nationalgericht haben. Der spanische Star-Richter wird sich höchstpersönlich um den von Österreich beantragten Auslieferungsantrag kümmern.

Garzón, der mit seinem Vorgehen gegen ETA-Terroristen und der Verhaftung des chilenischen Ex-Diktator Pinochet in London vor einigen Jahren weltweit bekannt wurde, soll den flüchtigen österreichischen Neonazi am Nationalgericht in Madrid verhören. Ein Termin für die Auslieferung an die österreichische Justiz stehe allerdings noch nicht fest, hieß es aus dem spanischen Justizministerium. Spanien hat 90 Tage Zeit, über eine mögliche Überstellung zu entscheiden.

Gerd Hosnik wurde zuvor nach Madrid überführt, nachdem er in der Nähe seines Hauses in Benalmadena (Malaga) von Polizeibeamten der spanischen Udyco-Einheit festgenommen wurde. Der flüchtige Neonazi leistete keinen Widerstand bei seiner Festnahme, erklärte ein Udyco-Sprecher gegenüber der APA. Die Udyco ist eine Spezialeinheit der spanischen Nationalpolizei.

(apa)