Rumänien von

Auslandsrumänen rüsten für Großdemo gegen die Regierung

"Alle Wege führen nach Bukarest"

Erstmals in der Geschichte der Landes rüsten die auf mindestens vier Millionen geschätzten Auslandsrumänen für einen Mega-Protest gegen den stetigen Abbau der Demokratie in ihrem Heimatland

Zehn-, möglicherweise sogar Hunderttausende "Expats" wollen am Freitagabend in Bukarest für den umgehenden Rücktritt der Regierung, des vorbestraften Parlamentspräsidenten Liviu Dragnea, die Rücknahme der hochumstrittenen Justizreform sowie für Neuwahlen demonstrieren.

Der Großprotest ist als Schützenhilfe für die rumänische Zivilgesellschaft gedacht, die bereits seit eineinhalb Jahren Sturm gegen die aus rechtsstaatlicher Sicht äußerst bedenklichen Maßnahmen sowie Gesetzesänderungen der regierenden Postsozialisten (PSD) und ihres wegen Wahlbetrugs vorbestraften Parteichefs Dragnea läuft.

Zur Demo aufgerufen hatten mehrere Expat-Verbände. Entsprechend reisen seit Tagen Zehntausende Auslandsrumänen aus ganz Europa, Nordamerika und sogar aus Asien an; laut rumänischer Grenzpolizei passierten allein in den letzten 24 Stunden mehr als 220.000 rumänische Staatsangehörige die Grenzübergangspunkte - viele davon in Autokolonnen, die anschließend während ihrer Durchreise bis nach Bukarest in zahlreichen Städten und Ortschaften mit Jubel begrüßt wurden. Man sei wegen der Willkür und Korruption der Postsozialisten ins Ausland geflüchtet und werde nicht zulassen, dass die Erben der Kommunisten das Land "nochmals zugrunde richten", so der Tenor unter den Expats.

Die im Ausland wohnhaften Rumänen sind als dezidierte PSD-Gegner bekannt, weswegen letztere seit Jahren bemüht sind, bei Wahlen möglichst wenige Expats abstimmen zu lassen, indem ihnen konstant viel zu wenige Wahllokale zur Verfügung gestellt werden.

Entsprechend liegen bei den Postsozialisten die Nerven nun blank: Sämtliche "Huren, Diebe und Bettler Europas" würden heimkehren, um die Regierungspartei an der Umsetzung ihrer "Maßnahmen zum Wohle der Menschen" zu hindern, wetterte letzte Tage ein hoher Beamter der Regierungspartei. PSD-Chef Liviu Dragnea sprach am Donnerstag gar von einer "Revolution", die Staatspräsident Klaus Johannis anzetteln wolle, um die "legitime Regierung" unter Ministerpräsidentin Vasilica Viorica Dancila aus dem Amt zu jagen. Die als Dragneas enge Vertraute geltende Innenministerin Carmen Dan (PSD) ordnete ein Großaufgebot der Polizei, einschließlich berittene Polizei sowie Hundestaffeln, vor Ort an. Die Polizeileitung warnte ihrerseits, im Fall jeglicher Andeutung von Gewalt hart durchgreifen zu wollen.

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