Fakten von

Auslandsösterreicher
besonders mobil und gebildet

Mehrsprachig und oft Akademiker - Mehrere Auslandsstationen

Im Ausland lebende Österreicher sind überdurchschnittlich mobil und gebildet. Zwei Drittel von ihnen sprechen - nach Eigenangaben - zumindest drei Sprachen, 60 Prozent haben einen akademischen Abschluss (Magister/Master oder Doktorat). Das geht zumindest aus einer Umfrage der Expats-Plattform InterNations hervor, bei der 20.000 Österreicher registriert sind, von denen 75 Prozent im Ausland leben.

16 Prozent der bei InterNations registrierten Auslandsösterreicher leben derzeit in den USA, jeweils acht Prozent in Deutschland oder China. Während Österreicher daheim wenig mobil sind, zeigen sie im Ausland große Abenteuerlust: Für 60 Prozent ist es schon zumindest die dritte Auslandsstation. Auch bleiben die Österreicher länger im Ausland als die Expats international. Wobei der Übergang von befristetem Auslandsaufenthalt zum dauerhaften fließend ist. Fast jeder dritte Expat - international wie auch unter den Österreichern - kann sich vorstellen, dauerhaft im Gastland zu bleiben.

Der wichtigste Motiv für Österreicher ins Ausland zu übersiedeln ist eine Verbesserung des Lebensstandards. Dahinter kommt das angenehmere Klima in der neuen Heimat. Sorge bereiten ihnen der möglicherweise geringere Standard bei der Gesundheitsvorsorge und die Entfernung zur Heimat.

Das in München 2007 gegründete InterNations versucht Menschen, die vorübergehend ins Ausland ziehen, den Einstieg zu vereinfachen. Auf der Plattform werden praktische Tipps ausgetauscht, aber auch gemeinsame Aktivitäten organisiert. Die gemeinsame Sprache ist Englisch. Das Unternehmen hat weltweit in 390 Städten 2,6 Millionen Mitglieder. Pro Monat gibt es weltweit rund 5.000 Veranstaltungen. InterNations peilt für heuer zehn Millionen Euro Umsatz an.

Wobei an die 30 Prozent der Mitglieder "Einheimische" sind, also Menschen die daheim leben aber gerne Ausländer kennenlernen und mit ihnen etwas unternehmen wollen, sagte Malte Zeeck, InterNations Gründer und Co-CEO im Gespräch mit der APA. Manche waren vorher Expats und bleiben dabei wenn sie in ihre Heimat zurückkehren. Pro Monat kommen 50.000 neuen Mitglieder dazu - die erst nach einer Überprüfung zugelassen werden. Jeder fünfte Antrag werde abgelehnt. Zeeck schätzt, dass es weltweit 50 bis 60 Millionen Expats gibt, die als Mitglieder in Frage kommen.

In Österreich hat InterNations 35.000 Mitglieder, davon 29.000 in Wien, die anderen in Salzburg, Linz und Graz. Österreich gilt zwar für Ausländer als sehr beliebtes Zielland, weil die Lebensqualität hoch und die Gesundheitsvorsorge und Bildungschancen ausgezeichnet sind. Allerdings fühlen sich die Ausländer wenig freundlich von den Österreichern aufgenommen, ergibt sich aus der InterNations Befragung.

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