Auslands-Überweisung: Teuer und kompliziert!

Seit 1. Juli sollte Verbilligung gelten, 1 Monat nach Einführung waren Spesen noch immer hoch

Mit 1. Juli trat eine EU-Verordnung in Kraft, nach der Banken für Überweisungen ins EU-Ausland nicht mehr berechnen dürfen als für Inlandsüberweisungen, vorausgesetzt der Betrag übersteigt nicht 12.500 Euro. Ein Lokalaugenschein einen Monat nach Einführung zeigte: Überweisungen waren weiterhin teuer. Beschwerden frustrierter Kunden häuften sich, weil viele mit dem Codesystem überfordert waren.

Das wurde der APA auf Nachfrage bestätigt. Derzeit dürfte nicht einmal die Hälfte aller EU-Überweisungen zu den niedrigeren Spesen durchgeführt werden, schreiben die "Salzburger Nachrichten".

Komplizierte Auflagen
Grund für die Probleme mit billigen Auslandsüberweisungen seien die Auflagen, die für solche Transaktionen gelten. Es müssen nicht nur die üblichen Empfängerdaten (Name, Kontonummer, Bankleitzahl der Empfängerbank) angeführt werden, sondern auch IBAN und BIC. Diese Codes sind den Überweisern häufig nicht bekannt oder werden ihnen falsch übermittelt. Ohne IBAN und BIC kann aber keine vergünstigte Überweisung getätigt werden, die Banken verrechnen die alten, hohen Spesen. Konflikte am Bankschalter sind programmiert.

Erst 40 bis 50% Überweisen vergünstigt
"In den ersten 14 Tagen war es eine Katastrophe. Mittlerweile hat sich das ganze etwas eingespielt, läuft aber noch lange nicht so, wie es sollte", sagt Erich Ortner, Auslandschef von Raiffeisen Salzburg. Derzeit würden erst zwischen 40 bis 50 Prozent der Binnenzahlungen begünstigt durchgeführt.

Nicht immer seien jene, die Geld ins Ausland überweisen wollen, daran schuld, weil sie die Codes nicht wissen, heißt es in dem Bericht. Oft würden von den Empfängern falsche IBAN angegeben, in einem Fall war der falsche Code sogar in einem Briefkopf vermerkt. (apa/red)