Ausgangssperre in Bagdad aufgehoben: 20 Tote bei Anschlägen in irakischer Hauptstadt

Gewalt eskaliert nach Brand in Goldener Moschee Ausschreitungen bringen Irak in Bürgerkriegsnähe

Nach dem Ende der tagelangen Ausgangssperre ist es in Bagdad erneut zu Anschlägen gekommen. Mehr als 20 Menschen kamen dabei ums Leben. Nach den Abendgebeten töteten zwei Bomben am Straßenrand vier Menschen. Die Explosion ereignete sich in der Nähe einer sunnitischen Moschee im vor allem von Schiiten bewohnten Osten der Stadt.

Die Polizei teilte weiter mit, sie habe im Südosten Bagdads bei Kämpfen fünf sunnitische Aufständische getötet, 25 weitere seien festgenommen worden. Acht Polizisten starben den Angaben zufolge bei dem Gefecht, sechs weitere wurden verletzt.

Zuvor waren bei einem Granatenangriff vier Menschen in einem schiitischen Bezirk im Westen Bagdads ums Leben gekommen. Der Westen der Hauptstadt ist von Sunniten dominiert.

Das Ausgehverbot hatte im Raum Bagdad zuletzt auch tagsüber gegolten und konnte die Gewalt in dem Golfstaat in den vergangenen Tagen etwas abmildern.

Anschläge auf eines der wichtigsten schiitischen Heiligtümer hatten den Irak jüngst an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht. Offiziellen Angaben zufolge haben Sicherheitskräfte seit den Anschlägen vom Mittwoch 35 Extremisten getötet. 487 Verdächtige seien festgenommen worden. Hinter dem Anschlag auf die Goldene Moschee in Samarra wurden Anhänger der Extremisten-Organisation Al-Kaida vermutet. (apa/red)