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Pesenbachtal: Um diesen
Ort ranken sich viele Sagen

Ausflugstipp - Pesenbachtal: Um diesen
Ort ranken sich viele Sagen © Bild: iStockphoto.com

Das Pesenbachtal ist Schauplatz zahlreicher Sagen und Mythen. Und das nicht ohne Grund, herrscht in dem Naturschutzgebiet im Mühlviertel doch eine mystische Atmosphäre. Schluchten und Tümpel prägen das Landschaftsbild. Kein Wunder, dass man sich erzählt, dass sich an diesem Ort einst der Leibhaftige herumtrieb.

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Das Pesenbachtal wurde als erstes Gebiet des Mühlviertels zum Naturschutzgebiet erklärt. Das war im Jahr 1963. Namensgeber des Tals ist - Sie ahnen es vermutlich schon - der Pesenbach. Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten, beeindruckt das Pesenbachtal doch mit seiner 250 Hektar großen Wildwasserlandschaft, die eine Vielzahl an seltenen Pflanzen und Tieren beheimatet. Mit ein bisschen Glück können Sie einen Blick auf einen Hermelin oder einen Fischotter ergattern. Und neben Vögeln wie dem Wintergoldhähnchen und dem Zilpzalp schwirren hier auch zahlreiche Schmetterlinge herum. Doch auch Fans von Gruselgeschichten werden hier fündig, handelt es sich beim Pesenbachtal doch um einen sagenumwobenen Ort.

© iStockphoto.com Das Wintergoldhähnchen

So erzählt man sich zum Beispiel, dass die großen runden Becken im Bachlauf dem Teufel einst als Badeort dienten. Wer ihnen zu nahe kam, wurde vom Leibhaftigen höchstpersönlich in die Tiefe gezogen. Von daher trauten sich die Anwohner auch nicht, hier selbst ein Bad zu nehmen. Eines Tages aber, so die Legende, sei der Teufel beim Baden von einem jungen Mädchen überrascht worden. Seiner kindlichen Unschuld hatte das Mädchen es zu verdanken, dass der Teufel es nicht mit seinem Zorn strafte. Stattdessen zog er sich wütend in die Tiefen der Bottiche zurück und ward seither nicht mehr gesehen. Heute tragen die besagten Wasserstellen den Namen Teufelsbottiche. Wirft man einen Stein an jener Stelle ins Wasser, an der der Teufel damals verschwunden sein soll, wird einem dieser angeblich wieder zurückgeschleudert.

© Wikimedia/Blume757

Bekannt ist das Pesenbachtal aber nicht nur für seine schauderhaften Geschichten, sondern vor allem auch für seine zahlreichen Naturdenkmäler, dessen bekanntestes wohl der Kerzenstein ist. Das steinerne Wahrzeichen ragt zwölf Meter in die Höhe. Die Granitsäule besteht aus zwei übereinander getürmten Felsblöcken, die über Jahrhunderte hinweg vom Wind geformt wurden. Wird dieses Wahrzeichen auch Kerzenstein genannt, mag es bei manch Besucher doch noch eine ganz andere Assoziation wecken.

© Shutterstock.com Der Kerzenstein

Einen Besuch wert ist auch die oberhalb des Pesenbachtals im Ortsteil Bad Mühllacken gelegene Burgruine Oberwallsee. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts von Eberhard von Wallsee errichtet, wurde die Burg Anfang des 17. Jahrhunderts zu einem Schloss umgebaut. Es sollte jedoch nicht allzu lange dauern, bis das Schloss mehr oder weniger sich selbst und damit dem Verfall überlassen wurde. Zwar wurden zumindest Teile des Gebäudes noch bis ins 20. Jahrhundert hinein bewohnt, seit Mitte des 18. Jahrhunderts ging es mit dem einst prächtigen Bauwerk aber zusehends bergab.

© Michael Kranewitter, Wikimedia Commons, CC-by-sa 3.0 Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wird das Schloss dem Verfall überlassen

Bekannt ist das Pesenbachtal übrigens auch für die sogenannte Brunoquelle. In dieser fließt leicht radioaktives Heilwasser, das im 14. Jahrhundert den kranken Knappen Bruno das Leben gerettet haben soll. Heute wird das besondere Lebenselixier in der Kneippkuranstalt Bad Mühllacken zu den Mahlzeiten gereicht. Ob es besagten jungen Mann anno dazumal tatsächlich vor dem Tod bewahrte, sei dahingestellt. Tatsache aber ist, dass es reich an Spurenelementen, darunter vor allem an Eisen und Mangan ist.

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Wer etwas für seine Gesundheit tun will, kann im Übrigen auch am Pesenbachtallauf teilnehmen. Diese mittlerweile über 30 Jahre alte Tradition findet alljährlich am ersten Samstag im November statt. Die Strecke misst elf Kilometer und verläuft von Lacken in Feldkirchen an der Donau über Wald- und Güterwege vorbei am Kerzenstein und über den Gaisberg zurück nach Lacken. Die wildromantische Landschaft macht den Lauf zu einem Erlebnis für alle Sinne. Die Siegerehrung findet beim Wirt in Pesenbach statt, der von seinen Gästen für das ausgezeichnete Essen, den schönen Gastgarten und das hervorragende Service gelobt wird.