"Ausdruck eines Sittenbildes des BZÖ": Reaktionen auf Urteil gegen Westenthaler

Grüne, FPÖ und BZÖ sind gleichermaßen empört

"Jeder andere Politiker würde angesichts eines derartigen Urteils sofort den Hut nehmen", meinte Grünen-Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny. Sie erklärte, es sei "hoch an der Zeit, dass Westenthaler akzeptiert, dass er als öffentliche Figur nicht mehr tragbar ist und sich aus der Politik zurückzieht."

Für die FPÖ steht Westenthaler "nach ziemlich genau zwei Jahren an der Spitze des orangen Faschingsvereins BZÖ" vor den "Trümmern seines Schaffens". Außer einer nicht rechtskräftigen Verurteilung zu neun Monaten bedingter Haft sei davon nicht viel geblieben, so der Generalsekretär, der sich fragte, "wie es jetzt innerhalb des orangen Haidervereins" weitergehe.

Grosz gibt sich "erschüttert"
BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz sieht im nicht rechtskräftigen Urteil "offensichtlich das letzte Abschiedsgeschenk der roten Politjustiz an einen unbequemen Oppositionspolitiker". In einer Aussendung zeigte sich Grosz über die Art und Weise des Verfahrens und "über dieses heutige Schandurteil zutiefst erschüttert". Westenthaler solle das Urteil "wie einen Orden am Revers tragen".

Grosz sparte in seiner Reaktion auch weiter nicht mit politisch gewagten Vergleichen: "In Zeiten, wo sich eine am Boden liegende und in vorgezogene Neuwahlen geschlitterte rot-schwarze Regierung mittels der Gerichte der unbequemsten Oppositionspartei und damit dem letzten Sprachrohr der Bevölkerung entledigen will, sind solche Verurteilungen ja fast eine Auszeichnung für aufrechte Widerstandskämpfer gegen Rot und Schwarz." Er sprach weiters von einem "leidigen Polit-Prozess" gegen Westenthaler.

(apa/red)