Primark unter Beschuss

Käufer finden weitere SOS-Rufe in Kleidung eingenäht

Die britische Billigmodekette Primark ist erneut wegen der Arbeitsbedingungen bei der Herstellung ihrer Produkte unter Beschuss geraten. Eine Primark-Kundin aus Belfast in Nordirland hatte erklärt, in einem der Geschäfte der Kette gekauften Hose sei ein Zettel eingenäht gewesen, versehen mit der in asiatischen Schriftzeichen verfassten Klage einer Arbeitskraft, wie die BBC am Mittwoch berichtet.

von Primark unter Beschuss © Bild: Picture by Darren Britton © WALES NEWS SERVICE

In der Notiz macht der Schreiber geltend, er und seine Kollegen müssten "wie Ochsen" arbeiten. Das Essen, das ihnen zur Verfügung gestellt werde, wäre für Tiere ungenießbar. Darüber stehen in lateinischer Schrift die Worte "SOS! SOS! SOS!". Die Nachricht war in den Gefangenenausweis eines chinesischen Gefängnisses eingelegt.

Der Vorwurf ist der dritte gegen Primark innerhalb weniger Tage, wie mehrere britische Medien am Mittwoch gleichlautend berichteten. Vor kurzem war im walisischen Swansea ein eingenähter Zettel in einem Kleid aufgetaucht, der die Aufschrift trug: "...forced to work exhausting hours" (etwa: ...zur Arbeit bis zur Erschöpfung gezwungen...").

Hilferuf in Billigkleid eingenäht

Die 21-jährige Rebecca Williams (s.o.) hatte einen Zettel mit der Aufschrift "degrading sweatshop conditions" ("erniedrigende Bedingungen in einem Ausbeutungsbetrieb") in ihrem Kleid vorgefunden. MailOnline sagte sie: "Ich habe früher viel bei Primark eingekauft, jetzt nicht mehr so viel. Das Label hat mich zum Nachdenken darüber angeregt, wie die Kleidung produziert wird."

Primark kündigte der BBC gegenüber eine Untersuchung der Vorfälle an. Eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) beantwortete das Unternehmen nicht. Primark war bereits in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass das Unternehmen Kleidung in der Fabrik in Bangladesch hatte fertigen lassen, deren Gebäude im April 2013 eingestürzt war und mehr als 1.100 Billigarbeiter unter sich begraben hatte.

Kommentare

Südkorea hat auch als Lieferant von Billigerzeugnissen angefangen und ist heute eine der Hightech Nationen.

Sicher ist diese Ausbeutung verwerflich, aber was ist die Alternative? Wenn es die sweatshops in Bangladesh nicht mehr gibt müssen die Frauen in der Landwirtschaft mindestens genauso hart arbeiten, bekommen dann aber wieder 6 Kinder im Durchschnitt und nicht 2,6 als Textilarbeiterin. Die Überbevölkerung ist ein Hauptgrund für die Armut. Südkorea hat auch als Lieferant von Billigerzeugnissen angefa

Es ist nicht die "Geiz ist geil" Gesellschaft allein. Es sind schon zum Großteil die Unternehmer und Sklaventreiber, die nicht genug kriegen, junge Leute mit guter Ausbildung Hungerlöhne zahlen und das fleißige, arbeitende Volk wie Sklaven behandeln. Eine SCHANDE und das geschieht auch in Oberösterreich. Ich verehre Firmenchefs, die auch ihre Angestellten und Arbeiter leben lassen.

Da kann ich nur zustimmen !!!!!

Nicht die Unternehmen beuten die Arbeiterinnen aus sondern die "Geiz ist geil"-Gesellschaft also wir Konsumenten und die Finanzwelt, der wir alle unsere Ersparnisse zum Spekulieren überlassen, bestimmen, was wie und wo produziert werden muss. Die Unternehmen müssen die Unternehmenszahlen erreichen oder zusperren. Für Moral und Ethik wurden dafür noch keine zu erreichenden Maßzahl entwickelt

Dass solche Billigketten nur mit ausbeuterischen Methoden arbeiten können sollte jedem klar sein. Oder wer von den Kunden und Käufern würde sich hinstellen und um die paar Euro die ein solches Produkt kostet (abzüglich Materialwert) fertigen ?

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