Aus dem Schatten seines großen Ziehvaters: Petzner folgt Jörg Haider als BZÖ-Parteichef

"Sind sehr große Schuhe, aber ich werde nicht fallen" Wiedervereinigung mit FPÖ für Petzner kein Thema

Aus dem Schatten seines großen Ziehvaters: Petzner folgt Jörg Haider als BZÖ-Parteichef © Bild: APA/Pfarrhofer

Das BZÖ hat nach dem unerwarteten Tod von Parteichef und Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider die Weichen auf Bundesebene neu gestellt. Haider-Intimus Generalsekretär Stefan Petzner ist vom Parteivorstand einstimmig zum neuen Parteichef gewählt worden. Der 27-Jährige, der vom Tod Haiders sichtlich gezeichnet war, erklärte seine neue Aufgaben mit den Worten: "Es sind sehr große Schuhe, aber ich werde gehen, nicht fallen." Kein Thema ist für das BZÖ eine Wiedervereinigung mit der FPÖ. Gleiches war auch vom blauen Frontmann Heinz-Christian Strache zu hören.

Der designierte BZÖ-Obmann erklärte, es sei Pflicht und Auftrag, das Erbe Jörg Haiders weiterzutragen. "Jetzt erst recht" müsse es mit diesem BZÖ weitergehen. "Ich bin nicht wie Jörg Haider, aber ich werde versuchen, die Vorstellungen Jörg Haiders so gut ich kann weiter zu tragen." Haider habe ihm auf die oftmals gestellte Frage, was nach seiner Zeit passieren sollte, geantwortet: "Da musst du das weitertragen und weiterführen", so Petzner. "Das tue ich jetzt, dies ist meine Pflicht und Verantwortung."

Als einzige politische Aussage erklärte Petzner, er wolle das "wichtigste Anliegen" Haiders weiterverfolgen: nämlich eine Große Koalition zu verhindern. An eine Wiedervereinigung mit der FPÖ sei aber aus derzeitiger Sicht kein Thema. Auch eine Unterstützung einer Minderheitsregierung hält Petzner für ein falsches Signal.

Strache gegen Wiedervereinigung
FPÖ-Chef Strache bot in den "Salzburger Nachrichten" BZÖ-Politikern eine neue, alte Heimat, wollte jedoch keine Wiedervereinigung. Ein CDU-CSU-Modell hält er für unwahrscheinlich. "Allen vernunftbegabten Kräften biete ich eine offene und ausgestreckte Hand", sagt Strache. Auf die Frage, ob das auch ein "Willkommen im Nationalratsklub" bedeute, sagt Strache: "Jeder, der unseren Weg unterstützen will, ist herzlich eingeladen." "Wer eine konstruktive freiheitliche Politik machen will, der ist in der FPÖ willkommen", so der FPÖ-Chef auch im "Kurier". Eine Kooperation der beiden Parteien hatte nach dem Tod Haiders der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer angeregt.

Ob die Änderungen im BZÖ an dem von SPÖ-Chef Werner Faymann auf Anregung von ÖVP-Obmann Josef Pröll geplante "Österreich-Gespräch" mit allen Parlamentsparteien am Dienstag etwas ändern, war unklar. Die SPÖ würde den Termin gerne wahrnehmen, sagte Faymanns Sprecherin. Allerdings wolle man dem BZÖ auch "keinen Stress machen". Von Pröll selbst gab es vorerst keinen Kommentar.

(apa/red)