Aus in erster Runde: Ljubicic prolongiert miserable Grand-Slam-Bilanz in Melbourne

Auftakt-Pleite bei Australian Open gegen Mardy Fish Roddick & Federer weiter - Top-Damen souverän

Der Auftakt der Australian-Open hat ein ganz prominentes Opfer gefordert, der als Nummer 4 gesetzt gewesene Ivan Ljubicic unterlag dem US-Amerikaner Mardy Fish 6:4,6:7,4:6,4:6. Der Kroate hatte schon in der Vorwoche beim Kooyong-Classic geschwächelt, der Wien-Sieger muss nun weiter auf seinen ersten großen Grand-Slam-Wurf warten. Seine Major-Bilanz: 26 Siege, 30 Niederlagen. Alle anderen Asse kamen aber durch.

Doch mühte sich US-Hoffnung Andy Roddick (6) lange Zeit mit Wildcard-Spieler Jo-Wilfried Tsonga ab. Die französische Weltrangliste-Nummer 212 servierte stark, nutzte im mit dem Ergebnis von 20:18 ex aequo längsten Tiebreak in der Turnier-Geschichte seinen 10. (!) Satzball zur 1:0-Führung gegen einen der größten Rivalen von Titelverteidiger Roger Federer. Erst nach einem 2:5 in Satz zwei kam Roddick in Schwung, siegte in vier Sätzen.

Für Tsonga war es übrigens sein erst zweites Grand-Slam-Match, sein erstes hatte der heute 21-Jährige in Paris 2005 verloren - gegen Roddick in drei Sätzen. "Nach Satz eins habe ich mir gesagt, dass er sich jetzt in einer für ihn neuen Situation befindet", meinte Roddick. "Da habe ich dann den Druck erhöht, und es hat funktioniert." Tsonga hatte 2004 mit einem Sieg gegen Carlos Moya aufgezeigt, war dann aber von der Bildfläche verschwunden.

Federer mit leichten Mühen
Unerwartet schwer tat sich auch der topgesetzte Federer. Zwar gewann er gegen Björn Phau 7:5,6:0,6:4, der Deutsche hatte dem Schweizer in Satz eins aber dreimal das Service abgenommen. Mit 15 unerzwungenen Fehlern passierten dem Eidgenossen in diesem Satz ein Patzer mehr als Stefan Koubek gegen Wayne Arthurs in den ersten drei Durchgängen. Koubek aber verlor, Federer gewann.

"Es hat Höhen und Tiefen in diesem Match gegeben, aber es ist okay", erklärte Federer nach seinem ersten Sieg im zweiten Duell mit Phau. "Er hat gut gespielt. Ich bin froh, in drei Sätzen weiter zu sein. Es hätte schlimmer kommen können." Hart zu kämpfen hatte Marat Safin (26), der Russe musste gegen den Deutschen Benjamin Becker über fünf Sätze. Beeindruckend der Serbe Novak Djokovic, er gab gegen Chiles Olympiasieger Nicolas Massu nur zwei Games ab.

Debakel für Argentinien
Aus österreichischer Sicht war in Hinblick auf den Erstrunden-Daviscup vom 9. bis 11. Februar in Linz interessant, dass mit Jose Acasuso (27), Agustin Calleri (30), Martin Vassallo Arguello und Juan Monaco alle vier im Einsatz gewesenen Argentinier durchwegs gegen nicht so prominente Namen ausschieden. Top-Star David Nalbandian (8) tritt am Dienstag gegen den Serben Janko Tipsarevic an. In Linz wird übrigens wie in Melbourne auf Hartplatz gespielt werden.

Bei den Damen kamen die französische Titelverteidigerin Amelie Mauresmo (2) sowie die Russinnen Swetlana Kusnezowa (3), Nadja Petrowa (5) und Jelena Dementjewa (7) sicher in jeweils zwei Sätzen weiter. Das gescheiterte Gesetzten-Trio bildeten Anabel Medina Garrigues (ESP-25), Mara Santangelo (ITA-27) und Zheng Jie (CHN-31). Santangelo unterlag Serena Williams 2:6,1:6. Der US-Star präsentierte sich in sehr starker Verfassung.

Der Starttag im Melbourne Park brachte allerdings auch eine im Tennis bis dahin unbekannte und unerfreuliche Neuerung. Erstmals kam es im Umfeld einer Tennisanlage zu vereinzelten Handgreiflichkeiten. Rund 150, mehrheitlich serbische Fans mussten von den Ordnungskräften aus dem Stadion gewiesen werden. Sie hatten während der Partie zwischen Mario Ancic und dem Japaner Go Saeda kroatische Supporter mit rassistischen Äußerungen provoziert.

(apa/red)