Aus im Olympia-Achtelfinale: Florettfechter Schlosser schlägt sich in Peking achtbar

Scheitert erst am Italiener Andrea Cassara "Habe nicht unter meinem Level gefochten"

Aus im Olympia-Achtelfinale: Florettfechter Schlosser schlägt sich in Peking achtbar © Bild: APA

Die Routine und die Klasse haben für den Italiener Andrea Cassara gesprochen, Österreichs Florettfechter Roland Schlosser hatte sich beim olympischen Turnier in Peking auch gut gegen den Europameister von Kiew eingestellt und ein paar Sachen überlegt, nach ansprechender Leistung aber im Achtelfinale mit 8:15 verloren. In Runde eins hatte sich der gebürtige Vorarlberger mit 15:9 klar gegen den Spanier Javier Menendez durchgesetzt. Schlosser war Österreichs einziger Vertreter in den Fechtbewerben bei den Sommerspielen in China.

Mit dem Auftakterfolg hat der Österreicher das Plansoll erfüllt, diese Anforderung hatte er selbst an sich gestellt, vor vier Jahren in Athen hatte er gleich sein erstes Gefecht verloren. "Ich habe heute sehr diszipliniert gefochten, es war vielleicht von den Aktionen her nicht brillant, aber ich war sehr kompakt und habe die Spannung gehalten und seine Fehler gut ausgenützt", meinte der 25-Jährige zufrieden. Im Duell mit Cassara, der zum Auftakt ein Freilos hatte, war Schlosser trotz der nur knappen 13:15-Niederlage im EM-Halbfinale von Kiew krasser Außenseiter und konnte nur überraschen. "Aber dieses Mal war er vorbereitet auf mich und hat weniger Fehler gemacht", musste Schlosser anerkennen.

Der in Kopenhagen lebende Student hatte sich gegen den Mannschafts-Olympiasieger und Einzel-Bronzemedaillengewinner von Athen 2004 auch eine Taktik bereit gelegt. "Es ist schon so ähnlich verlaufen, wie ich mir das auch erwartet habe. Er hat viel offensiver gefochten, ich war schon bereit, aber nur wissen, dass es kommt, reicht nicht. Das heißt nicht automatisch, dass man dagegen was machen kann. Die paar Sachen, die ich vorbereitet habe, die haben schon funktioniert, aber sie waren nicht effektiv genug, ich habe sie nicht in gültige Treffer ummünzen können", erklärte Schlosser.

Im Infight fehlte es
Entscheidend seien die Treffer gewesen, die keine klaren Aktionen waren, sondern die Infight erzielt wurden. "Und da hat er dann ein bisserl mehr Routine und ein bisserl mehr Wille gezeigt. Ich war mir zu unsicher im Infight, ich wusste nicht, wo ich hin will. Er hat keine Zehntel gezweifelt, deshalb hat er diese Treffer gesetzt, das war der Unterschied." Kurz vor der ersten Pause hatte der Österreicher einen Run und kam nach 3:7- und 4:8-Rückstand noch einmal auf 7:9 heran. Doch anstatt, wie es der Plan war, "mit einer zündenden Idee" noch einen Treffer zum 8:9 zu setzen, schlug Cassara zu. "Das war ein ganz entscheidender Treffer, sonst wäre das zweite Drittel anders verlaufen", war sich der EM-Bronzemedaillengewinner 2008 sicher.

Illusionen, so Schlosser, habe er sich keine gemacht. "Ich bin nicht unzufrieden, ich habe gefochten, was mein Stand ist, nicht unter meinem Level, sondern so wie ich momentan kann. Ich habe mit einer sehr guten Leistung das erste Gefecht gewonnen, im zweiten hat es nicht gereicht. Damit das funktioniert hätte, hätte er unsicher sein müssen, und das war er nicht." Schon vor dem Gefecht hatte er auf die Frage, ob er mit einer Verunsicherung des Gegners wegen des Dopingfalls im italienischen Lager (Andrea Baldini) rechnet, gemeint: "Auf die Unsicherheit des Gegners zu spekulieren, das ist ein Zeichen von Schwäche, und das will ich mir jetzt nicht geben."

(apa/red)