Aus "Liebe" zu Thomas Morgenstern:
Deutsche Schülerin riss von daheim aus

14-Jährige fuhr in die Kärntner Heimat des Springers Vater holte die lange Vermisste in Villach wieder ab

Der Kärntner Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern hat innerhalb einer deutschen Familie unwissentlich für große Aufregung gesorgt. Eine 14 Jahre alte Schülerin hatte sich derart in den Skispringer verknallt, dass sie von zu Hause ausriss und auf eigene Faust mit dem Zug nach Kärnten fuhr. Das Mädchen war fast zwei Wochen lang vermisst, bis es sich bei ihrem Vater meldete. Dieser holte sie mit dem Auto ab.

Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, hatte die Gymnasiastin aus Auerbach in Sachsen ihrem Idol, das sie persönlich gar nicht kennt, immer wieder Liebesbriefe geschickt. Vor zwei Wochen fasste sie dann den Entschluss, den 19-Jährigen in dessen Heimat zu besuchen. Sie nahm ihre Ersparnisse und fuhr los. Die Eltern wähnten ihre Tochter in der Schule, als sie nicht nach Hause kam, alarmierten sie die Polizei.

Eine Abgängigkeitsanzeige, die europaweit verbreitet wurde, brachte nichts ein, die Eltern stellten daher auch Suchmeldungen ins Internet. Doch auch diese Versuche fruchteten nichts, Julia Sch. blieb spurlos verschwunden. Bis vergangenen Samstag in Auerbach das Telefon läutete. Sie sei in Villach, ihr sei kalt und sie habe Hunger, erzählte die Schülerin, dann war das Gespräch auch schon wieder zu Ende.

Der Vater setzte sich sofort ins Auto und fuhr nach Kärnten. In Villach klapperte er auf eigene Faust alle möglichen Plätze ab und fand seine Tochter schließlich am Bahnhof, erschöpft, deprimiert, aber sonst unversehrt. An die Polizei in Kärnten hat sich der besorgte Familienvater übrigens nicht gewandt, außer der Abgängigkeitsanzeige lag bei der Exekutive nichts vor, hieß es auf APA-Anfrage. Am Sonntag fuhren Vater und Tochter wieder heim nach Deutschland. Ihren Schwarm hat Julia nicht getroffen.

(apa/red)